Tanz Mädchen, tanz.

Ist das nicht ein schöner Schnitt? Fast erinnert er mit der tiefen Taille an die 20er Jahre. Und es ist klar, dass ich mich natürlich sofort in den Schnitt verliebt habe. Beim Sommerschlussverkauf bei Radspieler habe ich einen hübschen blauen Stoff mit gelben Blumen erstanden. Der wollte gern in mein neues Kleid werden :-).

Can you guess why I felt in love to this lovely dress pattern? It was the deep waist which reminds me on the roaring 20’s. And now I think you can understand that I must have this pattern immediately. The perfect dress for a nice evening with Swing music and dance.  During Summer Sale I bought a delicate blue printed cotton with yellow flowers and lovely golden buttons. Ready for sewing.

Der Sommer ist schon fast wieder vorbei, schade, aber zum Tanzen werde ich das Kleid bestimmt ausführen. Seit Anfang September habe ich mich den Tänzen der 40er Jahre verschrieben und es macht so unglaublich viel Spass :-). (Das Zitat im Titel stammt aus einem der Tanzlieder von Carl Orff )

Der Schnitt war mal wieder auf den ersten Blick leichter als angenommen. Ich musste recht viele Anpassungen vornehmen bis das Kleid die gewünschte Passform hatte. Die typischen Zwickel unter den Armen verlangten auch ein wenig Übung, aber dazu sind ja Probeteile da. Nach dem 4. Versuch ging es ans Zuschneiden und Nähen.

At the first glance the pattern seemed to me very easy but than I had some troubles. I need around 4 mock ups to amend the pattern for my size and some practice for the underarm gussets.  3 Weekends later I could final start with my new dress. 

 

Die Knöpfe habe ich durch Zufall für günstige 20 Cent erstanden. Sie passen so perfekt zu den gelben Blümchen und leuchten richtig in der Sonne.

Freu mich schon auf den nächsten Tanzabend.

Can’t wait to go to a fine dance afternoon.

Dann kaufen wir dir ein hübsches Kleid

So romantische Zeilen haben sich Oma und Opa Mitte der 30er Jahre geschrieben. Die Briefe die sich beide während ihrer Verlobungszeit geschrieben haben, kann ich nie ohne nasse Augen und jede Menge Taschentücher lesen.

❤ Ach Opa.. ❤

Mein Ginadress von Wearing History habe ich meinen Großeltern gewidmet.

Der Schnitt war eine echte Herausforderung. Für Anfänger ist er wirklich nicht geeignet. Erst nach ca 4 Probeteilen und vielen schlaflosen Nächten habe ich mich endlich an das Kleid herangetraut. Als es endlich nach ca 3 Wochenenden fertig war, konnte ich nicht glauben, dass ich dieses Kleid wirklich genäht habe. 😉

Ich habe rotgestreiften Viskosestoff verwendet.

Da der Stoff sehr durchsichtig ist, habe ich das Kleid gefüttert.

Ein leichtes, luftiges und doch elegantes Kleid. Für einen lauen Sommerabend oder zum Flanieren genau das richtige. 

 

Meine Nachbarin, die liebe Katze Jojo, strich während der Aufnahmen die ganze Zeit um meine Beine herum, da musste ich sie einfach mit aufs Photo nehmen.

Ein Brief errötet nicht*

Als ehemalige Buchhändlerin finde ich die Verlagskorrespondenz zwischen den verschiedenen Verlagen und Vater und Sohn Haeckel nicht nur inhaltlich sondern auch optisch sehr interessant.

Die Briefköpfe der Verlage sind wahre Kunstwerke, viel zu schön um sie zu verstecken. Fast könnte man damit eine Ausstellung machen.

While reading the correspondence between the different publishing houses i.e: Eugen Diederichs, Gebrueder Paetel etc and Messr. Haeckel I felt in love to the wonderful letterheads. They are not only letterheads, they are real artworks. Too nice to hide behind closed doors. 

 

 

Die verschiedenen Briefköpfe der Verlagsbuchhandlung Gebrüder Paetel

Ist die Eule auf dem Briefkopf der Gebrüder Paetel nicht schön?

I love the Owl on the letterhead from the publisher Gebrueder Paetel

 

Stunde Null- 1945 in Wackershofen

 

Wir befinden uns im Jahr 1945. Im September im kleinen Ort Wackershofen bei Schwäbisch Hall.  Stunde Null. Der Krieg ist aus. Die Amerikaner sind in Wackershofen eingezogen, keiner weiss wie es weiter geht. Jeden Tag strömen Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge durch den Ort. Doch nicht überall werden diese freundlich willkommen geheissen.

Für 4 Tage durfte ich mit vielen anderen wunderbaren Darstellern das Freilandmuseum in Wackershofen auf die Stunde Null zurückdrehen. Wir lebten einige Tage im Jahr 1945 nach dem Krieg. Ein Leben in historischen Häusern. Manche mit Strom aber ohne fliessendes Wasser und elektrischen Ofen. Schlafen in alten Bauernbetten, waschen morgens mit Wasserkanne und Schüssel, ein wenig Kernseife.

Das Schlafen in den alten Betten war zunächst eine Herausforderung. Die Vorbesitzer hatten wohl ausreichend Platz in den netten Holzbetten. Wie beneidete ich sie, als ich die erste Nacht vergeblich nach einer brauchbaren Schlafposition suchte. In den frühen Morgenstunden, der Hahn krähte gerade das erste Mal ( 2.30 Uhr), hatte ich sie glücklich gefunden: Diagonal im Bett liegen geht prima.

Einige Stunden später hiess es zusammen  mit den ersten Hausbewohnern die schon auf waren, das Frühstück für die Hausbewohner richten. Den Ofen anfeuern, Wasser holen und aufsetzen etc. Die Wasserkanne die Stiegen hinauf und hinuntertragen wurde in den nächsten Tagen zu meiner Hauptbeschäftigung.

Ich war also die ausgebombte Base aus Schwäbisch Hall die bei ihren Verwandten, der Familie Dr Dengel ( Dr med Ignaz Dengel mit Gemahlin und Tochter, sowie 3 Hunden- Herzensbrecher waren sie!  und einem weiteren Heimkehrer) eine Bleibe gefunden hatte.

Den Bericht der lieben Frau Doktor Dengel über unsere Tage in Wackershofen könnt ihr hier nachlesen.

Das Haus sollte sich in den nächsten Tagen mit weiteren Flüchtlingen füllen, die sich alle zu den Mahlzeiten in der guten Stube einfanden.

Eine heile Welt? Der Volksempfänger der sich in jedem Haus befand meldete andere Nachrichten.

Die Amerikanischen Soldaten übernahmen nun die Regierung im Ort und haben sich in den Häusern einquartiert.

Wer nun ins Rathaus will oder aus dem Ort heraus wird streng kontrolliert und muss einen gültigen Pass besitzen

Die „Highlights“ waren die Ankunft der Flüchtlinge und Heimkehrer ( wo ich „meinen Fritze“ endlich wieder in die Arme schliessen konnte), der Schwarzmarkt der von den Amerikanern schliesslich gesprengt wurde und die regelmässigen Hausdurchsuchungen.

Am Samstag Abend feierten wir mit den Amerikanern ein Fest. Wunderbar mit Gesang des hiesigen Männerchores und Tanz. Ein schönes unvergessliches Fest.

Eine unvergessliche Zeitreise die ich nicht so schnell vergessen werde. Danke an meine lieben Hausbewohner und die wunderbaren Leute die ich dort treffen und mit Ihnen zusammen eine vergangene, sorgenvolle und schwierige  Zeit nachstellen durfte.

Fräulein Elli hat ebenfalls einen schönen Bericht über unsere Zeitreise geschrieben. Bitte schaut doch bei ihr vorbei.

Sommerkleid im 40er Jahre Stil

Ein unbekannter Dichter hat einmal gesagt:

„Ihre Kleider sollten so eng anliegen, dass man sieht, Sie sind eine Frau, und so lose, dass man sieht Sie sind eine Dame“.

Ich finde, dieses Zitat passt wunderbar auf das neue Kleid, dass ich mir neulich genäht habe.

Es liegt eng an, aber nicht zu eng ;-). Die Träger werden gekreuzt und einmal vorne um die Taille geschlungen. So kann man den Sitz des Kleides entsprechend variieren.

Und in die grosse Tasche vorne kann man all die schönen Dinge hineintun, die man auf einem schönen Spaziergang findet: Kieselsteinchen, Blumen, ein Fellrestchen, ein Knopf etc.

Der Schnitt war gar nicht so schwer, wie ich Anfangs befürchtet hatte und entsprechend schnell hatte ich es auch an einem verregneten Sonntag im Nähkurs genäht.

 

 

 

Ich hörte die Eule / I heard the Owl

Zur Zeit kann man mich bei Einbruch der Dunkelheit an der Friedhofsmauer entlang schleichen sehen. Unheimliche Schreie sind dort zu hören und dunkle Schatten verdecken den Himmel. Das muss ergründet werden und so zieht es mich hinaus in die Nacht. Nein, ich bin nicht irgendwelchen Geistern auf der Spur sondern sehr lebendigen Lebewesen. 🙂

I am glad to introdruce you to my new neighbours: A long eared owl decided to stay with her little ones at the grave yard next my flat.  It is very hard to see them but you can hear the calls of the little owls and their mother: Weeee,  weeeeee, weeeeeee.

Am gegenüberliegenden Friedhof ist wieder Familie Waldohreule aus dem Nymphenburger Schlosspark eingezogen.

Einen schönen Bericht über Waldohreulen könnt ihr hier nachlesen.

Last night I wanted to hear their calls closer and so I went to the graveyard with my little camera. It was funny to hear the little ones calling. Their mother was sitting in a tree in the neighbourhood and answered with a loud weeeeeeeeeee. 

Sie hocken tagsüber gut versteckt in den Fichten oder Birken. Erst gegen Abend, wenn die Nachtigall ihr kleines Konzert gegeben hat, machen sich die Eulen durch an langezogenes: wiiiiiiii,  wiiiiiii bemerkbar. Wenn man gut aufpasst, sieht man einen großen Schatten lautlos über den Friedhof in den Nachbargarten gleiten und in der Fichte verschwinden.

Dann ertönt im Wechsel ein dreistimmiges wiiiiii.. wiiiiiii. Die Antwort kommt aus der gegenüberliegenden Fichte. ( Es sind drei Jungvögel und die Mutter).

Eines Abends habe ich die Spannung nicht länger ausgehalten und bin mit der Kamera bewaffnet zum Friedhof gegangen, um diese schönen, seltenen Raubvögel zu erspähen. In der Abenddämmerung konnte ich insgesamt drei Vögel erkennen, aber auch nur, weil sie ihre Flugversuche von einem Baum zum nächsten wagten.

I was lucky when I noticed some black shadows between the trees- the little ones „jumped“ from one tree to the next one with a loud Wiiii…. wiiiiii… wiiiii  wiiiiii

Später gesellten sich die Nachbarn zu mir, in deren Garten die Eulenmutter haust und zu viert beobachteten wir die Eulenfamilie bis sich ein grosser Schatten- die Waldohreulenmutter- näherte.

Das war die deutliche Botschaft sich ruhig aber rasch zu entfernen, denn ein Muttervogel kann sehr böse werden und das kann buchstäblich ins Auge gehen.

Suddenly I noticed a big shadow who lands in the trees: The mother was flying back to their children. So it was time to leave the graveyard immediately because I am not interested to become a victim of an owl attack. 😉 

Ich freue ich über meine neuen Nachbarn die nach längerer Pause wieder in unserem kleinen Friedhof siedeln. Mögen die kleinen Eulen genug Mäuse in den anliegenden Feldern und der naturgeschützen Langwieder Heide finden.

I am glad to have so lovely neighbours 🙂

Ich habe euch noch ein kleines Video zusammengeschnitten- zu meiner grossen Freude habe ich die Vögel sogar gefilmt. Die Qualität ist nicht besonders,  aber ich bin recht zufrieden ;-). Im Hintergrund sind die begeisterten Nachbarn zu hören- und leider ein paar vorbeifahrende Autos.

At last would like to show you a little movie I made while watching the owls. Please excuse the bad quality but I like this little video -you can hear and see them :-). 

Trachtenrock im Gewitterregen

Sonne, Wolken, Blitz und Donner und ein Vogelkonzert am frühen Morgen. 🙂

Trotz des wechselhaften Wetters habe ich ein sehr kreatives und schönes Wochenende hinter mir. Im Nähkurs bei der wunderbaren Blanka Popp sind zwei Kleider entstanden.

Meine Werke: Ein schönes Sommerkleid nach einem Schnitt aus den späten 40er Jahren- das werde ich euch später vorstellen, wenn es wärmer ist und ein Trachtenrock.

Ich habe mich dabei von den Trachtenröcken der Rockmacherin inspirieren lassen. Ein schöner, trachtiger Rock der auch im Alltag eine gute Figur macht. Dieser Rock ist bei uns in Bayern sehr in Mode ;-). Eine hübsche Idee, aus verschiedenen Stoffresten einen modischen Rock zu nähen.  In meinem Rock sind Erinnerungen an zwei Empirekleider die ich genäht habe und der schöne Leinenstoff aus Zürich. Die Trachtenknöpfe hat mir meine Tante vor ein paar Jahren geschenkt und sind vermutlich noch von meiner Grossmutter Helga. 

So einen Rock wollte ich auch haben, schliesslich habe ich nächstes Wochenende Trachtenblusenkurs in Utting. Da kann man doch nicht in Jeans herumlaufen 😉

Für das Schnittmuster bitte hier entlang. Der Rock besteht eigentlich nur aus zwei Rechtecken die zusammengenäht und entsprechend nach Stoffbreite und Taillenweite gefaltet werden. Eine sehr gute Anleitung findet ihr hier.

Wir haben den Schnitt für die Passe etwas abgeändert und auf meine Figur angepasst. Der Verschluss ist bei meinem Rock vorn, und nicht wie bei der Rockmacherin auf der Seite. Dann liegt der Verschluss schön gerade und springt durch die Hüftlinie nicht so stark auf.

Und hier ist das Ergebnis des heutigen, gewittrigen Sonntages.

Ich bin richtig verliebt in den Schnitt und werde bestimmt noch ein paar weitere Röcke nähen.