Gottersdorf 2017 – der erste Sommer im Frieden

Im September durfte ich an der zweiten Veranstaltung zum Thema: Der erste Sommer im Frieden 1945 im Freilandmuseum Gottersdorf teilnehmen.

In September I was invited to stay some days with my group at the open air museum Gottersdorf / Odenwald. The topic was September 1945, the 1st summer in peace.

Hier einige Impressionen

 

Blick in mein Zimmer im Amtshaus- das ehemalige Hebammenzimmer / My room – the midwife room

Das Amtshaus und einige meiner Hausbewohner / The Guildhall- the house where I stayed with some of my lovely neighbours

„Seargent Smith“ hat einige Szenen aus unserer Zeitreise mit seiner Original 1930 Bell & Howell Filmo 16mm Camera festgehalten.

„Seargent Smith“ made a short film with his original camera: A Bell& Howell Filmo 16mm 1930. 

You can also see me at the movie : 2:02; 2:35- where I welcomed „my good Fritze“, 7:34 ) 

Ich bin auch einige Male zu sehen 😉   2:02; 2:35 – „mein“ guter Fritz ist unter den Heimkehrern, 7:34 mit meinen lieben Hausbewohnern

A big thank you to Jens Schmidt for this wonderful movie

Viel Spass beim ansehen und vielen Dank an Jens Schmidt für dieses grossartige Video

Stunde Null- 1945 in Wackershofen

 

Wir befinden uns im Jahr 1945. Im September im kleinen Ort Wackershofen bei Schwäbisch Hall.  Stunde Null. Der Krieg ist aus. Die Amerikaner sind in Wackershofen eingezogen, keiner weiss wie es weiter geht. Jeden Tag strömen Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge durch den Ort. Doch nicht überall werden diese freundlich willkommen geheissen.

Für 4 Tage durfte ich mit vielen anderen wunderbaren Darstellern das Freilandmuseum in Wackershofen auf die Stunde Null zurückdrehen. Wir lebten einige Tage im Jahr 1945 nach dem Krieg. Ein Leben in historischen Häusern. Manche mit Strom aber ohne fliessendes Wasser und elektrischen Ofen. Schlafen in alten Bauernbetten, waschen morgens mit Wasserkanne und Schüssel, ein wenig Kernseife.

Das Schlafen in den alten Betten war zunächst eine Herausforderung. Die Vorbesitzer hatten wohl ausreichend Platz in den netten Holzbetten. Wie beneidete ich sie, als ich die erste Nacht vergeblich nach einer brauchbaren Schlafposition suchte. In den frühen Morgenstunden, der Hahn krähte gerade das erste Mal ( 2.30 Uhr), hatte ich sie glücklich gefunden: Diagonal im Bett liegen geht prima.

Einige Stunden später hiess es zusammen  mit den ersten Hausbewohnern die schon auf waren, das Frühstück für die Hausbewohner richten. Den Ofen anfeuern, Wasser holen und aufsetzen etc. Die Wasserkanne die Stiegen hinauf und hinuntertragen wurde in den nächsten Tagen zu meiner Hauptbeschäftigung.

Ich war also die ausgebombte Base aus Schwäbisch Hall die bei ihren Verwandten, der Familie Dr Dengel ( Dr med Ignaz Dengel mit Gemahlin und Tochter, sowie 3 Hunden- Herzensbrecher waren sie!  und einem weiteren Heimkehrer) eine Bleibe gefunden hatte.

Den Bericht der lieben Frau Doktor Dengel über unsere Tage in Wackershofen könnt ihr hier nachlesen.

Das Haus sollte sich in den nächsten Tagen mit weiteren Flüchtlingen füllen, die sich alle zu den Mahlzeiten in der guten Stube einfanden.

Eine heile Welt? Der Volksempfänger der sich in jedem Haus befand meldete andere Nachrichten.

Die Amerikanischen Soldaten übernahmen nun die Regierung im Ort und haben sich in den Häusern einquartiert.

Wer nun ins Rathaus will oder aus dem Ort heraus wird streng kontrolliert und muss einen gültigen Pass besitzen

Die „Highlights“ waren die Ankunft der Flüchtlinge und Heimkehrer ( wo ich „meinen Fritze“ endlich wieder in die Arme schliessen konnte), der Schwarzmarkt der von den Amerikanern schliesslich gesprengt wurde und die regelmässigen Hausdurchsuchungen.

Am Samstag Abend feierten wir mit den Amerikanern ein Fest. Wunderbar mit Gesang des hiesigen Männerchores und Tanz. Ein schönes unvergessliches Fest.

Eine unvergessliche Zeitreise die ich nicht so schnell vergessen werde. Danke an meine lieben Hausbewohner und die wunderbaren Leute die ich dort treffen und mit Ihnen zusammen eine vergangene, sorgenvolle und schwierige  Zeit nachstellen durfte.

Fräulein Elli hat ebenfalls einen schönen Bericht über unsere Zeitreise geschrieben. Bitte schaut doch bei ihr vorbei.