Endlich habe ich auch ein Dirndl

In dem Dirndlnähkurs der vor drei Wochen im Trachteninformationszentrum stattfand habe ich nicht nur innerhalb von drei Tagen mit ca 9h Arbeitszeit ein Dirndl incl Schürze genäht, sondern auch in drei verschiedene Arten bayerisch ( Oberbayerisch, Niederbayerisch, Münchnerisch) gesprochen.  Kurz, wir waren eine „internationale“ Truppe von 25 nähbegeisterten Frauen aus den verschiedenen Regionen Bayerns.

Ein Dirndl wollte ich schon lange haben. Wie oft stand ich vor den Schaufenstern der grossen Münchner Trachtengeschäften und träumte davon so ein Dirndl haben zu können. Aber kaufen dachte ich, kommt nicht in Frage, ich will eins nähen. Und wenn dann bei den hiesigen Damen des Trachtenverbandes. Nach langen Warten und Daumendrücken hatte ich endlich die Zusage für den Kurs bekommen.Den Stoff  für Kleid und Schürze habe ich im September in einem Trachtengeschäft in der Münchner Umgebung gekauft.  An einem Freitag morgen Ende September ging es endlich los. Massnehmen, Schnitt erstellen bzw Schnitt vom bereitgestellten Schnittmuster kopieren und mit Hilfe der Meisterin abändern. Probestück nähen und los gings.

Die Dirndl wurden nach der traditionellen Methode genäht, dass heisst viel heften, stecken, nochmal heften, versäubern, umbügeln, Nahtzugaben umnähen, und natürlich wieder heften und stecken,  also sehr viel Handarbeit. Da sass ich dann auf meinem Platz und maulte innerlich vor mich hin 😉 Handnähen ist einfach nicht so meins, aber mei–Ohne Fleiss kein Preis. Und am Ende wars dann doch nicht so schlimm 😉

Doch.. einmal war ich dann recht verärgert,  weil ich die Paspel zu eng festgenäht hatte und sich dadurch der Oberstoff verzogen hatte. Das war kurz vor dem Abendessen am Samstag. – Schnell ein paar Brote verschlungen und mit ein paar Flaschen Wasser zurück in den Nähsaal. Alles auftrennen und nochmal von vorn. Gegen halb 11 Nachts hatte ich es geschafft- das Oberteil war soweit fertig. „Göi? Des hod die jetzt g’fuxt“ meinte meine Nachbarin zwinkernd.  „Und wia mi des g’fuxt hod“ :-).  Dann ging es endlich in den wohlverdienten Feierabend zu den anderen in’s Bierstüberl.   Sonntags war dann nur noch der Rock an das Oberteil zu nähen und die Schürze fertig zu machen. Die Säume habe ich daheim genäht, ebenso die Knöpfe. Bei den Knopflöchern war ich faul- ich habe sie unserem Knopflochschneider in der Innenstadt gegeben.

So.. und jetzt genug erzählt. Hier ist mein Dirndl 🙂  Blauer Oberstoff mit roten Blümchen. Weinrote Paspel am Ausschnitt und Armlöchern und grüne Schürze. Mein Dirndl hat ausserdem zwei Taschen, die in den Falten versteckt sind. Ich wollte ja erst keine Taschen nähen, aber die Meisterin war anderer Meinung 🙂 Sie können gleich mitschauen, bei Ihnen kommen auch gleich die Taschen dran. Diese wunderbare, liebe kleine Frau 🙂 Sie hatte eine so natürliche Autorität, da konnte ich nicht nein sagen.  ( Die Bluse habe ich im März, ebenfalls im Trachteninformationszentrum genäht ). Eine Bluse mit gesmockten Arm und Bund und sogenannten Schinkenärmeln- also sehr weite Ärmel die ihrer Form einem Schinken ähneln.

Mein Dirndl ist ein wenig anders als die Dirndl die man zur Oktoberfestzeit, oder in sogenannten „Trachtenläden“ sieht. Es betont die Figur, aber es wird nichts geformt oder „gepuscht“. Hochgeschlossen und wadenlang. Genau so eines wollte ich: Schlicht, nicht zu auffällig.  Meine Grossmutti Helga trug fast ausschliesslich Dirndl bzw Dirndlkleider. 

Ach ja. Ich habe meine Schürze hinten gebunden. Es gibt ja Vorschriften wo eine Frau ihre Schleife anzubringen hat. Links oder rechts, in der Mitte oder hinten. Angeblich soll man daran erkennen ob die Dame noch zu haben, oder doch nicht, oder, oder…. aber ehrlich: Ich trage sie da wo ich sie schön finde. Und ich bin sehr glücklich über mein schönes Dirndl. Der Kurs war nicht sehr einfach, aber ich habe viel gelernt und es hat viel Spass gemacht.

Deswegen habe ich ein paar Tage nach dem Kurs mit dem zweiten Dirndl begonnen :-). Wenn ihr auf meine Instagramseite geht, könnt ihr es sehen 🙂

 

 

Tanz Mädchen, tanz.

Ist das nicht ein schöner Schnitt? Fast erinnert er mit der tiefen Taille an die 20er Jahre. Und es ist klar, dass ich mich natürlich sofort in den Schnitt verliebt habe. Beim Sommerschlussverkauf bei Radspieler habe ich einen hübschen blauen Stoff mit gelben Blumen erstanden. Der wollte gern in mein neues Kleid werden :-).

Can you guess why I felt in love to this lovely dress pattern? It was the deep waist which reminds me on the roaring 20’s. And now I think you can understand that I must have this pattern immediately. The perfect dress for a nice evening with Swing music and dance.  During Summer Sale I bought a delicate blue printed cotton with yellow flowers and lovely golden buttons. Ready for sewing.

Der Sommer ist schon fast wieder vorbei, schade, aber zum Tanzen werde ich das Kleid bestimmt ausführen. Seit Anfang September habe ich mich den Tänzen der 40er Jahre verschrieben und es macht so unglaublich viel Spass :-). (Das Zitat im Titel stammt aus einem der Tanzlieder von Carl Orff )

Der Schnitt war mal wieder auf den ersten Blick leichter als angenommen. Ich musste recht viele Anpassungen vornehmen bis das Kleid die gewünschte Passform hatte. Die typischen Zwickel unter den Armen verlangten auch ein wenig Übung, aber dazu sind ja Probeteile da. Nach dem 4. Versuch ging es ans Zuschneiden und Nähen.

At the first glance the pattern seemed to me very easy but than I had some troubles. I need around 4 mock ups to amend the pattern for my size and some practice for the underarm gussets.  3 Weekends later I could final start with my new dress. 

 

Die Knöpfe habe ich durch Zufall für günstige 20 Cent erstanden. Sie passen so perfekt zu den gelben Blümchen und leuchten richtig in der Sonne.

Freu mich schon auf den nächsten Tanzabend.

Can’t wait to go to a fine dance afternoon.

Sommerkleid im 40er Jahre Stil

Ein unbekannter Dichter hat einmal gesagt:

„Ihre Kleider sollten so eng anliegen, dass man sieht, Sie sind eine Frau, und so lose, dass man sieht Sie sind eine Dame“.

Ich finde, dieses Zitat passt wunderbar auf das neue Kleid, dass ich mir neulich genäht habe.

Es liegt eng an, aber nicht zu eng ;-). Die Träger werden gekreuzt und einmal vorne um die Taille geschlungen. So kann man den Sitz des Kleides entsprechend variieren.

Und in die grosse Tasche vorne kann man all die schönen Dinge hineintun, die man auf einem schönen Spaziergang findet: Kieselsteinchen, Blumen, ein Fellrestchen, ein Knopf etc.

Der Schnitt war gar nicht so schwer, wie ich Anfangs befürchtet hatte und entsprechend schnell hatte ich es auch an einem verregneten Sonntag im Nähkurs genäht.

 

 

 

Trachtenrock im Gewitterregen

Sonne, Wolken, Blitz und Donner und ein Vogelkonzert am frühen Morgen. 🙂

Trotz des wechselhaften Wetters habe ich ein sehr kreatives und schönes Wochenende hinter mir. Im Nähkurs bei der wunderbaren Blanka Popp sind zwei Kleider entstanden.

Meine Werke: Ein schönes Sommerkleid nach einem Schnitt aus den späten 40er Jahren- das werde ich euch später vorstellen, wenn es wärmer ist und ein Trachtenrock.

Ich habe mich dabei von den Trachtenröcken der Rockmacherin inspirieren lassen. Ein schöner, trachtiger Rock der auch im Alltag eine gute Figur macht. Dieser Rock ist bei uns in Bayern sehr in Mode ;-). Eine hübsche Idee, aus verschiedenen Stoffresten einen modischen Rock zu nähen.  In meinem Rock sind Erinnerungen an zwei Empirekleider die ich genäht habe und der schöne Leinenstoff aus Zürich. Die Trachtenknöpfe hat mir meine Tante vor ein paar Jahren geschenkt und sind vermutlich noch von meiner Grossmutter Helga. 

So einen Rock wollte ich auch haben, schliesslich habe ich nächstes Wochenende Trachtenblusenkurs in Utting. Da kann man doch nicht in Jeans herumlaufen 😉

Für das Schnittmuster bitte hier entlang. Der Rock besteht eigentlich nur aus zwei Rechtecken die zusammengenäht und entsprechend nach Stoffbreite und Taillenweite gefaltet werden. Eine sehr gute Anleitung findet ihr hier.

Wir haben den Schnitt für die Passe etwas abgeändert und auf meine Figur angepasst. Der Verschluss ist bei meinem Rock vorn, und nicht wie bei der Rockmacherin auf der Seite. Dann liegt der Verschluss schön gerade und springt durch die Hüftlinie nicht so stark auf.

Und hier ist das Ergebnis des heutigen, gewittrigen Sonntages.

Ich bin richtig verliebt in den Schnitt und werde bestimmt noch ein paar weitere Röcke nähen.

Let’s do it ;-) 30’s Vest and Trouser

 

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Dieser elegante, freundlich lächelnde Gentleman war mein Opa. Ein Buchhändler vom Scheitel bis zur Sohle und ein wunderbarer Mann. Ich vermisse ihn sehr. Immer korrekt gekleidet und ein sehr guter Tänzer. Seine Tanzpartnerin war natürlich meine Oma. Es gibt ein Foto wo beide elegant über das Parkett segeln, beide haben nur Augen für sich.. hach.

This elegant Gentleman was my Grand-dad. A wonderful, sophisticated man, smartly dressed, well educated and well groomed– I miss him dearly

He inspired me for my latest sewing project: 30’vest- blouse and trouser

Mein eleganter Opa war das Vorbild für mein nächstes Nähprojekt. Weste, Bluse und weiter Marlenhose.

For the vest I used an original late 30’s vest pattern from Vogue and my beloved Smooth Sailing Trouser pattern from Wearing History.

For the fabric I choosed fine linnen with herringbone pattern.

 

Ich habe für die Weste einen Original Schnitt aus den späten 30er Jahren von Vogue verwendet und für die Hose meinen geliebten Smooth-Sailing Slacks Schnitt von Wearing History.

Dazu dachte ich mir einen schönen, leichten Leinenstoff mit Fischgrätmuster- etwas unpassend für den Winter- aber der nächste Sommer kommt ja bestimmt ;-).

Auf die Weste bin ich ein bisschen stolz: Sie ist von innen mit hellblauer Futterseide gefüttert, komplett verstürzt und von Innen abgesteppt (etwas kniffelig es unter die Nähmaschine zu bekommen, aber es lohnt sich sehr – sehr saubere Verarbeitung, gutes Tragegefühl). Die kleinen Ziertaschen sind aufgesetzt und mit der Hand aufgenäht. Die Knöpfe sind Originale aus den 30er Jahren, passen also gut zum gesamten Ensemble.

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The vest is completely lined and covered with attached little pockets.

Very comfortable to wear

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Zum Nähen habe ich mir entsprechende Musik angehört ;-).-Ein paar Schlager aus den 30er Jahren *klick*

 

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Und irgendwie will ich jetzt mit meinem eleganten Opa ausgehen 😉

 

A floral printed dress for a good mood

 

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Ein buntes Kleid und bunte Blätter die im Herbstsonnenlicht leuchten- mehr braucht man nicht um gut gelaunt zu sein.

Eigentlich ist es die falsche Jahreszeit für ein Sommerkleid, aber das Blumenmuster mag ich einfach zu gern. Den Schnitt habe ich aus dem Buch „Blouse, robes et Cie“ von Yoshiko Tsukiori. Er erinnert mich ein wenig an den Stil der 40er Jahre. Das Kleid hat vorne nur einen Zierverschluss mit Knöpfchen, man kann einfach hineinschlüpfen, Bindebänder am Rücken zu einer hübschen Schleife gebunden und schon ist man ausgehfein 🙂

All what you need to be happy is a sunny day and a flower printed dress.  Actually it is not the right time for a summerdress but I love this dress so much. I used a pattern from the book „Blouse, robes et Cie“ from Yoshiko Tsukiori.  The dress is closed with two binding tapes and a decorating botton line on the front.

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Hoffentlich kommen noch ein paar schöne sonnige Tage um es draussen auszuführen 🙂

Hopefully we will have some golden autumn days  🙂

Swing meets Boogie

 

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Die Nähsucht hat mich wieder gepackt. Diesmal ist es endlich wieder ein historisches Projekt für eine Veranstaltung im September. Jedoch hatte ich auf einmal Lust mir etwas „modernes“ zu nähen. Ein schnelles Sommerkleid, einfach so :-). Auf der Suche nach einem geeigneten Stoff fand ich dieses schöne Muster mit den roten und blauen Booten. Zu schön!  Und weil mir die Schnittmuster von Cecilia so sehr gefallen, habe ich aus dem Schnitt für das Shirt Boogie  und dem Rockteil des Kleides  Swing an einem Nachmittag ein Kleid gezaubert. 🙂

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Genau das richtige Kleid für einen spontanen Ausflug mit dem Boot auf dem Ammersee, oder für ein lustiges Fotoshooting bei den Remisen hinter dem Friedhof :-).