Ein Körper aus taubenblauen Rüschen


Quallen oder Medusen sind anmutige, zarte und geheimnisvolle Lebewesen. Feinzierlich schweben sie durch das Wasser und ziehen einen Schleier aus Tentakeln hinter sich her. Im Phyletischen Museum kann man sie bewundern, wie sie durch das Wasser gleiten und kleine Krebschen fressen.

Kunstformen der Natur, translated into English as Art Forms in Nature, is a landmark publication in the field of naturalist illustration. Published in sets of ten from 1899-1904 and together in two volumes in 1904, the work contains 100 lithographic prints produced by Adolf Giltsch from Haeckel’s original sketches and watercolors.  The loveliest Jellyfish was named after Haeckels first wife Anna Sethe. You can see her in the picture below. The long tentacles reminded him on Annas wonderful long hair.

Die Medusen waren ja Haeckels Lieblinge und der schönsten aller Scheibenquallen gab er den Namen seiner ersten Frau: Die Desmonema Annasethe.  In seinem Bildband: „Kunstformen der Natur“ gibt er ihr einen Körper aus taubenblauen Rüschen und endlosen Tentakeln die der Meduse über die Seite fliessen und die Haeckel wohl an die schönen langen Haare seiner Frau erinnerte.

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(c) Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Since always I love the beautiful Desmonema Annasethe and her dove-blue flounced body. This picture inspires me to make a dress from the same colours. First I wanted to make a dove-blue 50’s dress with red fringed seam, but I thought I can’t wear a dress like this everyday and so I made a simple dress without any decoration.  The pattern I’ve used is a vintage pattern from Vogue (V2960).  The petticoat underneath is made from blue tulle. I had so much fun to work with the tulle. The ready petticoat reminded me on a Jellyfish and I could not resist to play around with this feathery skirt.

In diese „taubenblauen Rüschen“ habe ich mich sofort verliebt und beschlossen, mir aus „taubenblauen“ Stoff ein Kleid zu nähen. Ein Desmonema Annasethe Kleid.

Erst wollte ich ein Kleid mit weitem Rock nähen, darunter ein Petticoat in derselben Farbe und das Kleid mit roten Fransen verzieren. Aber, ich möchte doch das Kleid auch im Alltag anziehen.

Also entschied ich mich für einen einfaches, schlichtes Kleid ohne Ärmel und einem weiten Rock. Damit der Rock sich schön bauscht, habe ich aus Tüll einen Petticoat genäht.

Der Tüllrock erinnert mich tatsächlich an eine Meduse. Ganz durchsichtig und federleicht ist er. Ich konnte nicht widerstehen und habe ein bisschen damit herumgealbert. Seht selbst 😉

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Ein taubenblauer, gerüschter Körper mit Wolltentakeln und auf dem Kopf einige Stoffblumen ;-).

Ich habe den Rock zum Spass heute nachmittag draussen in den Wind gehalten und er flog tatsächlich ein paar Meter über das Feld.

Jetzt aber kommt das Kleid.

For the dress I used a wonderful dove-blue cotton. The fabric is very soft and bright.. wonderful to wear. The dress is closed with black porcelain bottons from 1930. I really love this pattern, especially the pleated skirt. It it so elegant and pretty and I felt like a movie star from the 50’s when I made the pictures.

Ich habe dafür ein Schnittmuster von Vogue 2960 aus dem Jahr 1954 verwendet. Das Kleid wird vorne mit schwarzen Porzellanknöpfen verschlossen. Das angesetzte Rockteil hat schöne, gelegte Falten und bauscht sich richtig, wenn der Unterrock darunter getragen wird.

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Cross two fingers that we will have a fortunately wheater next weekend because I am going to Darmstadt to see the Exhibition: Verborgene Schönheit where you can see a model of Desmonema Annasethe and I wish to wear this dress :-). 

Hoffentlich bleibt das Wetter schön, denn nächstes Wochenende gehtś nach Darmstadt in die Ausstellung „Verborgene Schönheit„. Zu diesem Anlass möchte ich das Kleid gern tragen. Dort gibt es auch ein Modell nach der Desmonema Annasethe. Ich freu mich schon :-).

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Jeans sind eine Einstellung ;-)


Natürlich Jeans!

Oder kann sich einer ein Leben ohne Jeans vorstellen?

Jeans sind die edelsten Hosen der Welt.

Ich meine natürlich echte Jeans!

Echte Jeans dürfen zum Beispiel keinen Reissverschluss haben vorn.

Wer Jeansträger ist, weis, welche ich meine.

Jeans sind Hüfthosen, das heisst Hosen, die einem von der Hüfte rutschen,

wenn sie nicht eng genug sind und einfach durch Reibungswiderstand oben bleiben„.

Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.

Diese Worte gingen mir letzte Woche durch den Kopf, als ich an meiner ersten selbstgenähten Jeans gearbeitet habe. In der Schneiderinnung München wurde ein Jeanskurs angeboten, mit Schnitt erstellen und Verarbeitung. Die Kurse in der Innung sind immer eine Herausforderung. Meistens bin ich der einzige Laie zwischen lauter Gesellinnen und Meisterinnen. Das ist einerseits etwas schwierig im Tempo der Profis mit zu halten, andererseits lernt man sehr sehr viel.

Aber fangen wir von vorn an:

Der Kursleiter erklärte uns zunächst wie man richtig maßnimmt, und anhand dieser Zahlen den Schnitt erstellt.

Schnitt

Es beginnt mit einer einfachen Linie. Diese wird anhand der Maße mehrfach unterteilt, halbliert, geviertelt. Die Linien werden verbunden, mal gerade mal schräg oder kurvig. Und fertig ist der Hosenschnitt. Klingt einfach, oder? Ist es aber nicht. Der Kursleiter war sehr geduldig,ging immer wieder jeden einzelnen Schritt durch und liess mich insgesamt zweimal den Schnitt zeichnen.  Um aber jetzt richtig gut Schnitte erstellen zu können, müsste ich viel und lange üben. Also, ich weis nun in Grundzügen, wie man einen Schnitt nun erstellt, wie er aufgebaut ist und worauf man achten muss, aber allein würde ich ihn nicht hinbekommen. Ehrlich.

Sewing

Endlich ging es ans Zuschneiden und Nähen. Eine Jeans wird anders genäht, als eine „normale Hose“. Man beginnt mit den Schrittzwickel von Vorder -und Rückteil. Dann bügelt man die Stoffteile nach einem bestimmten System damit sie später bequem sitzt. Der Stoff wird an den Hüften, Schritt und Knie regelrecht gedehnt, bis er richtig „ausgebeult“ aussieht. Eine merkwürdige Art, aber sehr wichtig und hilreich. So kann man auch daheim seine Jeans bügeln, wenn sie etwas zwicken sollten.

Taschen

Dann geht es weiter mit den aufgesetzten „Gesäßtaschen“.  Die dicken Säume, die beim umbügeln entstehen, werden vorher mit dem Hammer bearbeitet. So lassen sie sich leicher nähen.  Die Taschen haben viel Spass gemacht, man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen und richtige Kunstwerke gestalten. Ich habe mich für die „einfache“ Verzierung entschieden.  Die vorderen Beuteltaschen sind eine kleine Wissenschaft für sich, ebenso der Reissverschluss.  Der Kursleiter hat mir die schwierigsten Teile  wie Beuteltaschen, Hosenreissverschluss °° abgenommen, während ich so kleinere Sachen wie die Gürtelschlaufen oder die Ziernähte an der Innenseite der Jeans und am Bund genäht habe. °° (diese Techniken möchte ich noch einmal in einem separaten Kurs lernen)

Collage

Am Sonntag Abend war der Kurs zu Ende, die Hose war leider nicht fertig geworden und ich musste daheim weiter nähen. Der Kursleiter hatte mir Bilder gemailt, die mir bei der Endverarbeitung sehr viel geholfen haben.  Gestern habe ich noch die Nieten und Knöpfe eingeschlagen, den Saum an den Beinen genäht und noch einmal schön gebügelt.

Ready

Sie passt hervorragend und ist wunderbar bequem  :-).

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Herzlichen Dank an Rudolf Türk, Kempten