Farbfotografie von Ernst Haeckel


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In meiner Fotokiste habe ich neben Glasnegativen ein Farbpositiv gefunden. Das kleine Mädchen rechts ist meine Großtante Ingeborg- ich schätze, sie wird ca  5 oder 6 Jahre alt sein. Also muss das Positiv um 1909/1910 entstanden sein. (Die grünen Tupfen sind wahrscheinlich Farbfehler). Farbfotografien waren um die letzte Jahrhundertwende eine Seltenheit, darum freue ich mich sehr über dieses Positiv.

Im Ernst Haeckel Museum konnte man eine Farbfotografie von Ernst Haeckel betrachten. Ich habe diese bei meinen letzten Besuch in der Villa Medusa im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung: 150 Jahre Lehrstuhl für Zoologie und 50 Jahre Lehrstuhl für Geschichte und Naturwissenschaften bewundern dürfen. Da nicht alle von meinen lieben Lesern extra nach Jena fahren können, lade ich euch ein, die Seite der Universität Jena zu besuchen.

Dort könnt ihr nicht nur das Foto selbst betrachten, sondern auch einen ausführlichen Bericht darüber lesen.

Bitte einfach auf den Link klicken. 🙂

*Vor Hundert Jahren: Ernst Haeckel und Ernst Körner *

Here comes the sun


Das ist die Sonnne, die goldne die helle,

Das ist des Lichts und der Wärme Quelle,

Die Strahlen uns sendende,

Segen uns spendende,

Das ist die Sonne, des Tages Gestirn.

(Hermann Allmers: Taufgedicht für Walter Haeckel)


Also, das ist die Sonne 🙂 Hier kommt sie gerade durch das Gartentor.  Meine Tante hat mir als kleines Mädchen immer aus dem Buch: „Das goldende Tor“ vorgelesen. Es ist über 100 Jahre alt und ich habe es geliebt- bzw. ich liebe es immer noch.  Besonders die schönen Abbildungen. Und das Bild von der „lieben Frau Sonne“ hat mir schon immer am besten gefallen.

After long long weeks of work I can finally show you my latest dress. I was inspired by an very old book for children: the golden gate. Since always I love the wonderful old paintings in this book and my favorite is still the lovely Ms Sun :-).  In a few weeks I am going to the famous  Jugglers Ball. The Jugglers Ball has a very long tradition and was founded by Munich artists. As a great-grand daughter from Walter and Josefa I think I really should go to this famous Ball. This is the reason why I made a 1860 dress. It is made form apricot coloured cotton. I hope you like my solarstorm train. ;-).

Diese „liebe Frau Sonne“ war mein Vorbild für mein „Sonnenkleid“ für den Gauklerball der Ende Januar stattfinden wird. Meine Urgroßeltern waren ja Maler und wer weis, vielleicht feierten Josefa und Walter ja einst mit anderen Münchner Künstlern. Kostümfeste soll Walter früher oft veranstaltet haben, so hat es mir Renata Kühn damals erzählt. Ich bin wirklich kein besonderer Freund von Faschingsfesten, aber der Gauklerball hat so eine lange Tradition und soll bei den Münchner Künstlern sehr beliebt sein. Und wie gesagt, als Urenkelin eines Künstlerehepaares, das muss einfach sein ;-).

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Good day, I am the sun

Also, darf ich mich vorstellen? Ich bin die Sonne.

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with solarstorm train

mit Sonnensturmschleppe 😉

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Can’t wait to go to the Ball.

Warmest and sunniest regards

The sun ❤

Ich freue mich auf den Künstlerball 🙂

Mit herzlichen Grüßen in den heutigen sonnigen Sonntag

Die Sonne ❤

 

..denn du trägst ja noch nicht einmal eine Krinoline


Diesen Satz habe ich in dem Buch: Anna Sethe. Die erste Liebe eines berühmtes Mannes in Briefen gefunden.

„meine Seele jauchzt of laut auf, wenn Fräulein Lyncker, eine unserer Hausbewohnerinnen, ein würdiger Representant der eben genannten Klasse ( Menschen die um einen herum ein fades Leben führen, mit ihrer Gefallsuch Koketterie, Putzsucht, Steifheit, Eitelkeit und allen den Torheiten, mit denen die vornehme, sogenannte gebildete Welt ihre Lücken ausfüllt und Herz und Geist austopft..[..]) die noch dazu mit einem Fuss im Grabe steht und mir einen halb vernichtenden, halb mitleidigen Blick zuwirft also wollte sie sagen: armes Ding, hast ja keine Idee von den Feinheiten und Tiefen des Lebens und darfst auf Bildung gar keinen Anspruch machen, denn du trägst ja noch nicht einmal eine Krinoline!“

Die Krinoline war ab 1840 Mode, davor trug man versteifte Unterröcke. Ein Krinonlinenkleid sieht sehr märchenhaft aus- siehe die Bilder der armen Kaiserin Elisabeth von Österreich. Auf der geraden Strasse oder in einem Ballsaal mag ja ein Kleid mit einem schönen weiten Rock sehr hübsch sein, aber in der einfachen Stube bleibt man im Türstock hängen, im freien Feld bleiben Ästchen stecken und laut Wikipedia sollen viele Frauen durch Unfälle mit der Krinoline gestorben sein. Weil sich der Stoff in den Wagenrädern verfing oder die Frauen mit dem weiten Gewand zu nah am Kamin standen und sich tödliche Verbrennungen zuzogen.

Since my latest trip to Jena I was dreaming of a 1860 dress, inspired by the beautiful dress from Anna Sethe- Haeckels first wife.

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Anna was a very „modern“ girl: unconventional natural, well-read, critical. She refused it to act like a doll, she prefers walking in the wilderness, reading good books and strived for the Good and True. During the period between 1840 it was usual to wear a cage crinoline under the skirt. Anna refused it, she preferred a corded petticoat. This behaviour shows also Anna’s refusal of the common rules. Well, I like her so much. She was so self confident and unconventional.

Anna Sethe war eine natürliche junge Frau, die die Äusserlichkeiten der „guten Gesellschaft“ ablehnte und lieber, wie Haeckel nach dem Wahren, Schönen und Guten  strebte.  Das drückte sie u.a über ihre Kleidung aus, also den Verzicht auf die Krinoline. Ich vermute, dass Anna auf dem Verlobungsbild oben wohl keine Krinoline trägt, sondern einen versteiften Unterrock.

Sie wollte wie Haeckel hinaus in die Natur, in der Wiese herumlaufen, im Wald spazieren gehen und wohl kein wohlerzogenes Püppchen im feinen Krinolinenkleid sein ( etwa wie Olympia in E.T.A: Hoffmanns: Der Sandmann). Und da war eine Krinoline wirklich unpraktisch zu tragen. Deswegen zog es Anna wohl vor, einen versteiften Unterrock zu tragen, bzw mehrere Unterröcke übereinander, damit der Überrock etwas voluminös ist. Das ist angenehmer zu tragen und man kann die Röcke, wenn es über Stock und Stein geht leicht raffen.  Wäre sie 100 Jahre später geboren, vielleicht wäre sie ein Blumenkind gewesen: Zurück zur Natur, Blumenkranz im Haar.

However, I wanted to learn more about the Victorian era and so I decided to make a cage crinoline according the pattern from Truly Victorian. I assume Anna could not stop laughing about the great-great daughter from her beloved Ernst.

Ich hatte letztes Jahr bei meinem Besuch in Jena den Gedanken, mich mit der Mode ab 1860- also der Zeit als Anna und Ernst Haeckel lebten – zu befassen.

Und jetzt würde sich Anna wohl vor Lachen im Grabe herum drehen wenn sie mich jetzt sehen würde ;-).

Ich habe mir nämlich eine Krinoline gebaut :-).

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Sie sieht doch ein wenig wie ein Vogelkäfig aus, oder? Deswegen heisst sie auch „Käfigkrinoline“. Aber die Krinoline ohne etwas darunter anzuziehen ist doch ein wenig ungehörig.

*Das Schnittmuster für die Krinoline ist von Truly Victorian. Für die Chemise habe ich das Schnittmuster von Black Snail Patterns verwendet.*Die „Unaussprechlichen“ sind noch von Urgroßmutter Josefa.

And so I would love to show you my complete victorian underthings: Chemise, Bloomers, Corsett and Crinoline.

Also, dann ziehe ich mich einmal an.

Zunächst die „Unaussprechlichen“ und Chemise.. huch! Wie unschicklich!

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Und jetzt kommt die Krinoline

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Obwohl 28m! Stahlband darin verarbeitet sind, trägt sie sich recht angenehm.

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😉

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Ich glaube, Anna sitzt gerade hoch amüsiert in einer höheren Warte und ist bestimmt sehr neugierig, welches Kleid die Ururenkelin ihres geliebten Ernst dazu wohl nähen wird.

Can`t wait to finish my 1860 dress 🙂

A happy and wonderful new year 2016


Würzburg am Neujahrsabend 1853

Liebe Eltern!

„Das neue Jahr hat bei mir so angefangen, wie das alte geschlossen hat, d. h. ich schaue jetzt mit frohem Mut und hoffnungsvoller Zuversicht in mein künftiges Leben hinaus [..] – Einen Hauptvorteil habe ich in dieser Hinsicht dadurch in diesem Winter errungen, daß ich einsehen gelernt habe, daß es mit der Medizin nicht ganz so schlimm ist, wie ich dachte, obwohl sie als Wissenschaft wohl jämmerlich genug ist. [..] Die Hauptsache dabei ist jedenfalls das Selbstvertrauen, wie schon Mephisto sehr richtig bemerkt: „Denn wenn ihr euch nur selbst vertraut, vertraun euch auch die andern Seelen“ . . .(Ernst Haeckel: Entwicklungsgeschichte einer Jugend, Brief an die Eltern.)

❤ Ein recht schönes, gesundes und frohes neues Jahr liebe Leser ❤

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 Gestern Abend habe ich noch ein wenig in Haeckels Briefen an seine Eltern gelesen. Als ich heute morgen aufwachte, fielen mir als erste Gedanke wieder jene Zeilen ein.
Fast als hätte mir mein Vorfahr jenen Abschnitt aus seinem Brief noch einmal ans Herz gelegt und sie mir für das neue Jahr mit auf den Weg gegeben.
Goethes Faust war schon in der Schule meine Lieblingslektüre und das Zitat des Mephisto hat unser Deutschlehrer immer zitiert um uns aufzumuntern.
Heute ist der erste Tag, an dem mir meine Finger und Handgelenke nicht so scheußlich wehtun wie sonst und das sehe ich als gutes Omen an. 🙂
Der Januar steht für mich ganz im Zeichen der Sonne (deswegen die Sonnenmaske).
Warum das so ist, erzähle ich mit dem nächsten Post 😉
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“As soon as you trust yourself, you will know how to live.”
This quote is from Goethe`s Faust and was Haeckels motto for the new year when he studied medicine at Würzburg 1853.  When I woke up this morning my first thought was exactly this quote and I think this should also my motto for the new year.
So I wish you all a wonderful, bright and healthy new year 2016. ❤
I hope you like my Sunmask. January is characterized by the sun. I will tell you more with the next post. 😉