My Summerdress „Swing“

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Cecilia Hanselmann hat ein Schnittmuster für das Jerseykleid Swing entworfen, welches auch als Umstandskleid mit Stillversion genäht werden kann.  Allerdings muss es ja noch getestet werden, ob es auch wirklich leicht nachzunähen ist, und natürlich auch passt. Ich war eine von den glücklichen Probenäherinnen, die das Schnittmuster testen durften. 🙂

Winter has finally arrived some parts of my country.  The right time for a cozy sweater, some tea and a purring cat.  So I assume that you can´t trust your eyes when you see here some pictures of a summerdress.

The reason why I sewed a summer dress is: Cecilia Hanselmann  created a pattern for a Jersey dress and she was looking for those who were interested to test this pattern for her.

Im Stoffgeschäft fand ich wunderschönen graublauen Baumwolljersey mit Kreisen und Sternchen, und nachdem ich das Schnittmuster bekommen habe ging es an drei Abenden ans Ausschneiden, Messen, Stecken etc. und tadaaaa:

Fertig ist das Sommerkleidchen. 🙂 Ich kann den Schnitt sehr empfehlen, er ist wirklich gut erklärt, und auch für Anfänger geeignet. Und mit den vielen Bildchen drin, kann gar nichts schiefgehen.

Danke an Dich Cecilia für diese schöne Idee und die großartige Arbeit die du geleistet hast.

And now: Let’s dance

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I was one of a few lucky ladies who have had the honor to become a member of the test sewer group. The pattern is also created for every woman with different sizes and for future mothers with a nursing friendly version.

So I bought a wonderful blue printed cotton jersey and three evenings later I finished it. The pattern was nicely explained and I had so much fun to work with Cecilias Pattern

And here it is and then you know why I made a summer dress in winter ;-). I hope you like it too and I think I will make one for my mother.

As a conclusion: I am really happy with the dress and I can´t wait to wear it next year

 

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Erinnerungen an Alt-Jena

„Vater, Vater, die Lisbeth hat im Esszimmer den Vorhang angezündet !!“

Du liebe Zeit, deswegen riecht es hier so verbrannt. Ich geh sofort nachsehen. Wie siehst du denn eigentlich aus? Total verdreckt und nass! Ach, richtig, heute ist ja Mittwoch*.  Musst du denn immer in dem ganzen Dreck herumwaten! Welch ein Graus, und ich wollte einen ruhigen Feierabend haben.“

Diese Szene hat sich tatsächlich im Hause Haeckel zugetragen. Die kleine Lisbeth hatte  mit Streichhölzchen gekokelt und dabei die Vorhänge des Esszimmers angezündet. Allerdings sprechen wir hier nicht von der Villa Medusa, sondern noch von der „alten Wohnung“ im 2. Stock des Schultzeschen Hauses, gegenüber der Paradieshaltestelle. Haeckels hatten dort eine geräumige 6 Zimmer Wohnung, mit herrlichen Blick auf die Kerneberge, das Paradies und die Saale. In einem der Zimmer hatte sich Ernst Haeckel sein Arbeitszimmer eingerichtet. „Ein schlichtes, typisches Gelehrtenzimmer, das aber ganz den Hauch seiner Persönlichkeit ausströmte. Heiter, behaglich nach Süden gelegen, mit exotischen Pflanzen geschmückt, an denen er zu Zeiten, wenn er wieder einmal von einer tropischen Reise zurückkehrte, Chamäleons oder zierliche Zwergäffchen sich paradiesisch tummeln lies, ist es mir als das  freundlichste Zimmer der Wohnung in Erinnerung geblieben.“

Jeden Mittwoch wurde die Leutra teilweise abgelassen um die Strassen Jenas zu säubern.

Es gibt sogar ein Studentenlied in dem es unter anderem heisst:

Und die Straßen sind so sauber,
|: sind sie gleich ein wenig krumm;
denn ein Wasser wird gelassen
alle Wochen durch die Straßen,
|: in der ganzen Stadt herum.

„Diese Sintflut war für die Jugend eine gesunde Gelegenheit, Schiffchen darin schwimmen zu lassen, oder darin zu stelzen. Die Dienstbaren Geister schütteten allen Unrat und Hausabfälle hinein. Ratten die zum Vorschein kamen und vor dem Hochwasser flüchteten wurden dabei erlegt und sogar mit einer Prämie bedacht“.

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Walter Haeckel hatte Anfang der 30er Jahre seine Jugenderinnerungen unter dem Titel „Alt-Jena“ veröffentlicht. Ein kleines, gerade mal 46 Seiten starkes Heftchen. Dieses Heftchen schildert nicht nur die Jugenderinnerung Walter Haeckels, es ist auch eine Zeitreise in das Jena das Ernst Haeckel so sehr geliebt hat und gibt auch einen Einblick in den Familienalltag der Haeckels.

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Wusstet ihr, das Ernst Haeckel ein leidenschaftlicher Wassermann und Taucher war? In dem Sommermonaten musste Walter immer  Mittags seinen Vater vom Institut abholen. Dann ging es gemeinsam zum Baden in die städtische Badeanstalt. „Ehe er ins Wasser ging, gab es einige Übergüssse, dann sprang er zuerst hinein, wobei er länger tauchte, dann Wasser tretend meine Wenigkeit in seinen Armen auffing um, mich auf seinem Rücken, weit in die Saale hinaus zu schwimmen. Oft wurde der leichtsinnige Herr Professor vom gestrengen Bademeister mit einem Pfiff ermahnt und mit geschüttelter Faust wegen des Unfugs bedroht ;-).

Oder dass Haeckel einen Esel vor zwei betrunkenen Studenten rettete?

„Eines Morgens aber, wir saßen gerade beim Frühstück lies das Eselein- ein braves Grauchen- dass den Burgauer Milchwagen zog, ein so jämmerliches Geschrei los, dass der Vater sofort ans Fenster stürzte. Und siehe da, zwei übernächtig- verkaterte Korpsstudenen hatten sich auf das arme Tier gesetzt, dass nun entsetzlich schrie. Ernst Haeckel, der schon immer eine Abneigung gegen Studentenverbindungen hatte, stürzte wutentbrannt auf die Strasse , kanzelte die Söhne der Alma mater coram publico gründlich ab und versprach ihnen wegen Tierquälerei die Anzeige beim Senat, was sich auch erfüllte, und die beiden in den Karzer wanderten.“

Da ich selbst mit einem Esel mit Namen“Esi“ aufgewachsen bin, eine hübsche, kastanienbraune Zwergeseldame, habe ich das Eselsgeschrei bei dieser Schilderung sofort im Ohr und bin meinem Ururgroßvater sehr dankbar für die Rettung des liebenswerten Langohrs.

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                 Darf ich vorstellen: Esi 🙂

Auch sehr lustig, dass Walter, der des Öfteren im zoologischen Institut wegen schlechter Noten mit unliebsamen Arbeiten bestraft wurde, sich rächte, indem er die Köpfe der Vogel und Affenskelette vertauschte, „wobei es dann dem Herrn Professor eines Tages um Kolleg zur allgemeinen Heiterkeit der Studenten mit unterlief, die boshafte Metamorphose aufdecken zu müssen. Nur der „Famlulus Pohle “ das Unikum des Instituts“ erfasst sofort die kritische Lage und erklärte mit heiterem Grinsen das Missgeschick: den Witz hat natürlich Walter wieder gemacht!- wonach allgemeines Beifallstrampeln der Studenten einsetzte“.

Vielleicht und hoffentlich 😉 habe ich euch nun neugierig auf das kleine Büchlein gemacht.

Das Buch wurde 2011 neu aufgelegt und von Birgitt Hellmann im Vopelius Verlag herausgegeben.

Walter Haeckel: Alt-Jena Vopelius Verlag ISBN 978-3-939718-60-4

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Aus dem unscheinbaren Heftchen ist ein reich bebildertes, gebundenes Buch geworden. Ich kann es nicht nur empfehlen, weil ich damals zwei Bilder aus meinem Archiv  zur Verfügung gestellt habe, sondern weil es, wie ich finde,  in keiner Haeckelbibliothek fehlen sollte.

Jaja… da kommt der Buchhändler in mir wieder heraus 😉

 

 

 

Silvermedusa

Vielleicht habt ihr euch schon öfter gefragt, warum ich das Pseudonym Silvermedusa gewählt habe.

Nun ja.. so ein Pseudonym ist schon etwas Praktisches. Man kann schreiben, ohne seine wahre Identität preiszugeben. 😉

Die Idee Pseudonyme zu verwenden ist ja nicht neu: Kurt Tucholsky z.B. war bei der Verwendung von Pseudonymen sehr kreativ, er verwendete gleich mehrere Pseudonyme wie Kaspar Hauser, Theobald Tiger, Peter Panther oder Ignaz Wrobel.

Und auch im Netz ist es ja durchaus üblich unter einem Pseudonym zu arbeiten.

Haeckels liebste Lebewesen waren die Medusen- oder die Quallen. Ihnen widmete er einen großen Teil seines Lebens. Und in der Villa Medusa sind sie heute noch als Deckengemälde, Intarsien in Möbelstücken oder als Stickerei auf den Kissen zu sehen.

Im Phyletischen Museum kann man eine ganze Kolonie von Quallen bewundern. Sie schwimmen in einem riesigen Zylinder und ernähren sich von kleinsten Krebschen. Ich könnte da jedes Mal Stunden davor stehen und mich an ihren Bewegungen erfreuen.

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Haeckel hat die Namen zweier geliebter Frauen in den wissenschaftlichen Namen von ihm klassifizierter Quallen verewigt: Eine Schirmqualle heißt Desmonema Annasethe nach seiner ersten Frau Anna Sethe

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und eine Scheibenqualle Rhopilema Frida nach seiner Geliebten Frida von Uslar-Gleichen.

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Darum also Medusa.

Aber Silver.. weil Medusen so silbrig glänzen?

Frida von Uslar Gleichen nannte Ernst Haeckel Silberhäschen, er sie dagegen Taube.

Silberhäschen ist ja eigentlich wirklich nett, passte ja auch zu dem weißhaarigen Mann, und auch Haeckel war mit diesem Kosenamen sehr zufrieden. Es gibt sogar eine Zeichnung von Haeckel in der ein weisser Hase neugierig zu einer weissen Taube aufblickt die dicht über ihm auf einem Zweiglein sitzt. Aber als Pseudonym fand ich das etwas .. ja.. unpassend.

Aber Haeckel sollte in meinem Pseudonym schon vorkommen. Also nehmen wir von Silberhäschen das „häschen“ weg, schreiben an dessen Stelle die Medusa. Und damit es etwas „moderner“ klingt wird das Silber eben Englisch geschrieben.

Jetzt wisst ihr wie der merkwürdige Name Silvermedusa zustandegekommen ist.

Und nein, mit meinem richtigen Namen hat das Pseudonym nichts zu tun,. Obwohl er etwas „ernst“ klingt und längst aus der Mode gekommen ist ;-).


I assume some of my readers have often wondered why I use the Pseudonym Silvermedusa.

Well, it has become very usual to use a Pseudonym or a Nickname in Social Networks to hide is real Identity.

When I started this blog I was thinking about a Pseudonym and after a long search I decided to use Silvermedusa. And now I will tell you how I find this name.

Let us begin with the word Medusa. As you know Jellyfishes or Medusa were Haeckels favorite research object during his long life. He was so impressed of this elegant creatures that he decorated the walls, pillows and the furniture in his Villa Medusa with Jellyfishes. He also named two Jellyfishes after his first wife Anna -Desmonema Annasethe

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and after his mistress Frida von Uslar Gleichen: Rhopilema Frida.

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And the word silver?

Haeckels mistress Frida von Uslar Gleichen gave Haeckel the nickname Silverrabbit. ( Haeckel named her Dove). I think Haeckel was very happy with his nickname. I found a postcard where you can see a little white rabbit which is looking after a Dove sitting in a tree.

And so I mixed these two words together and it results in Silvermedusa.

I really love this Pseudonym because it has really to do with Haeckel, my silver haired Ancestor and the wonderful Jellyfishes.