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Ein „allerreizendstes“ Tierchen: Dictyocysta

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Gestern ist meine Dictyocysta angekommen. Liebevoll eingepackt, in einer Dose mit Glasdeckel, fein auf ein Bett aus feinster Holzwolle gebettet und allerliebst mit einem Schildchen versehen. Obwohl sie einen weiten Weg hinter sich hat, Jena- München, hat sie die Reise gut überstanden und ich weiss nicht, wer von uns beiden mehr strahlt- sie oder ich.

Yesterday my Dictyocysta has finally arrived. Affectionately packed in in a lavish box filled with wood shavings.  She has endured the long journey from Jena to Munich very well and I doǹt know whos eyes are more gleaming 😉 DSC05648 Was ist denn nun bitte eine Dictyocysta?

Eine Dictyocysta ist ein Wimperntierchen, ein Plankton, das Algen und Bakterien frisst. Seine spitze, vasenförmige Aussenhülle umschliesst mehrere Zilien, die Nahrung in den Mund fegen.

Ernst Haeckel  beschreibt sie wie folgt: Die kegelförmige harte Schale hat fast die Gestalt einer päpstlichen Tiara und ist gitterförmig mit Löchern durchbrochen. Wir nehmen nun Haeckels Kunstformen der Natur zur Hand, suchen die Tafel 3 der sogenannten Wimperlinge und tadaaaaa.. da ist sie schon:

But.. what is a Dictyocosta please? A Dictyocysta is a Tintinnid, a plankton that feeds on algae and bacteria. Its lacy, vaseshaped outer shell partially enclosed multiple cilia that sweep food into its mouth. Ernst Haeckel wrote of Dictyocysta „the cone-shaped shell has almost the appearance of a papal tiara and is punctured with a trellils pattern of holes„.

Well, let us have  a closer look at Haeckels „Art Forms of Nature“ and .. tadaaa.. here she is:

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Ernst Haeckel. Kunstformen aus dem Meer / Kunstformen der Natur Prestel Verlag ISBN 978-3-7913-4660-1

Ist sie nicht eine vollendete Schönheit? Dieses wunderbare Schmuckstück- inspiriert von Haeckels Kunst und Naturanschauungen stammt von einer Dame aus Jena die 3D gedruckten Schmuck herstellen kann.

Ich bin eigentlich kein besonderer Freund von Schmuck, aber diese herrlichen 3D Werke haben mich sofort angesprochen. Haeckels Kunstformen hatten wir nur als Nachdrucke zu Hause und ich erinnere mich, dass ich mir immer gewünscht habe, so eine Radiolarie oder einen solches Tierchen als Anhänger tragen zu können.

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She is a perfect beauty, isn`t she? This wonderful Jewellery -inspired by Haeckel are made by a Lady from Jena who creates 3D- printed, naturalist- inspired jewellery. Haeckels stylistic approach to depicting the natural world and placed him at the forefront of the Art Nouveau movement. At the Bavarian Nationalmuseum you can see this wonderful Art-Nouveau-movement box.

Die Idee nach Haeckels Kunstformen der Natur Schmuck, Möbelstücke etc. herzustellen, wurde bereits vor 100 Jahren aufgegriffen. Am besten lässt sich Haeckels Einfluss auf die Kunst u.a. am Münchner Jugendstil erkennen. (Mehr zum Thema Haeckel und Jugenstil findet ihr hier). Im Bayerischen Nationalmuseum begegnet man z.B. in der Jugendstilabteilung dieser schönen Deckeldose.

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Dieses schöne Regal, verziert mit Radiolarien und Medusen steht in Haeckels Arbeitszimmer in der Villa Medusa

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Die Idee mittels 3D Schmuckstücke nach Haeckels Werken herzustellen finde ich wunderbar. Ich glaube, Haeckel wäre begeistert. I think, Haeckel would also be a fan of 3D printed Jewellery. To learn more about „Ontogenie“ please follow this link.

Um zu „Ontogenie“ zu gelangen, könnt ihr entweder nach Jena fahren 😉 oder *hier* klicken. Den Link findet ihr auch rechts in der Seitenleiste unter „Jewellery inspired by Ernst Haeckel“

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Der unendliche Reichtum der Natur an Schönen und Erhabenen bietet jedem Menschen, der offene Augen und ästhetischen Sinn besitzt, eine unerschöpfliche Fülle der herrlichsten Gaben.

Ernst Haeckel

Literaturtipp: Eine besonders schöne Beschreibung über Haeckels Kunstformen der Natur könnt ihr bei Norbert Elsner: „Bilderwelten“ ISBN 978 3 8353 0208-2 nachlesen

6 Kommentare zu “Ein „allerreizendstes“ Tierchen: Dictyocysta

  1. Was für ein wunderbares Schmuckstück!
    Die Geschichte dazu ist wirklich faszinierend und durch Deine Worte kann man Haeckels Begeisterung so lebendig nachvollziehen – wie kunstvoll diese kleinen Wesen sind und wie unglaublich schön!
    Der Anhänger steht Dir ausgezeichnet. Vielen Dank für den interessanten Bericht.

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  2. Ich finde das auch ganz wunderbar und interessant! Bin übrigens eine große Liebhaberin des Jugendstils, vor allem der Schmuckstücke, die nach Motiven der Natur geschaffen wurden. Und ich kann mir ebenfalls sehr gut vorstellen, dass Dein Vorfahre in solch kleinen Wimperntierchen mehr sah, als bloße Materie. Sicherlich konnte er mit allen Sinnen in diese faszinierenden Naturphänomene eintauchen wie kein anderer, sonst hätte er sie nicht mit solch einer Hingabe erforscht.

    Herzlichst Constanze

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  3. Die Kunstformen der Natur, die Ernst Haeckel (EH) in den Jahren von 1899-1904 veröffentlicht hat, sind ein wunderschönes Buch der zoologischen Anschauung in Lithographien und Kurztexten. Die Tafeln wurden von EH selber gestaltet und verbinden Mikro- und Makrokosmos in genialer Weise zu einem Kosmos der natürlichen „Wunder“. Sicher ist es kein Zufall, dass dieses vielgesuchte Werk, das heute wieder als Reprint greif- und bezahlbar ist, die Architektur des Jugendstils sehr direkt geprägt hat. Schön, dass die Schmuckindustrie heute offensichtlich auf den Geschmack gekommen ist und modernste 3D-Drucktechnik die zeitlosen Vorlagen und deren Ideen in die Stuben des 21. Jahrhunderts trägt, wie sich EH dies sicher gewünscht hätte 😉

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