Napoleonic Weekend in Arezzo Part 1


Die wunderbare Margarita hatte wieder zu einem Napoleonic Weekend eingeladen. Diesmal in Arezzo.

Eigentlich war für das Programm ein Military Reenactment geplant, doch ca eine Woche vor Beginn wurde dies von der Stadt Arezzo verboten. Dafür bot Margarita ein vielfältiges kulturelles Programm an: Museumstouren, Promenade durch die Stadt, Picknick und natürlich ein Ball!

Ich freute mich riesig wieder eine neue Stadt in Italien kennen zu lernen, auf das Programm das Margarita liebevoll geplant hatte und vor allem liebe Bekannte vom letzten Jahr wieder zu sehen.

Die Reise schien sehr aufregend zu werden. Margarita hatte mir einige Tage vorher noch einen „Fahrplan“ geschickt wie man am besten von Florenz nach Arezzo gelangt: Mit dem Flugzeug nach Florenz, dann mit dem Bus weiter zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Arezzo.

Doch die Reise war sehr angenehm und alle Befürchtungen meinerseits erwiesen sich als unbegründent. Um 15 Uhr war ich glücklich in meinem Hotel angelangt. Das Wetter war im Vergleich zu Deutschland relativ mild- (10°C Deutschland / 18°C Italien) und so beschloss ich als erstes die Stadt zu erkunden.

1

Piazza S. Francesco

2

Auf dem Passegio del Prata

5Monument im Parco Colle di Pionto

14

Ich genoss die schöne Aussicht– und natürlich die Sonne

3

Mohn auf der Stadtmauer

4

Blick von der Stadtmauer auf Arzezzo

Blog1

Kurze Rast in einem kleinen Park

6

😉

9

Auf dem Piazza Grande

10

Arezzo ist berühmt für seine herrlichen Antikläden

11

Unglaublich, welche Schätze sich in den Läden verbergen. Seht ihr das Hochrad? Das schmiedeeiserne Bett? Wundervoll

12

Richtig! Arezzo diente als Kulisse für den Film La Vite e Bella: Das Leben ist schön!

  15Fazit: Wunderwunderbar!

Langsam wurde ich müde, kein Wunder nach einer kurzen Nacht und einer langen Reise.

Für Freitag war erst gegen 17.30 Uhr eine Museumstour (in Zivil) und ein Tanzkurs mit Donald geplant. 🙂 Ich freue mich auf viele Bekannte Gesichter vom Letzen Jahr.

Mrs Mortimers übellauniger Reiseführer


In einer Woche fliege ich nach Italien, genauer nach Arezzo. Dort findet ein Napoleonic Weekend statt. Drei hoffentlich schöne Tage in Italien, die mit Tanzen, Stadtführungen, Prozessionen und historischen Darstellungen gefüllt sind.

Natürlich will ich mich ein wenig vorbereiten um alle mit meinem sagenhaften Wissen zu beeindrucken ;-). Also– vor das Bücherregal gestellt und ein wenig gesucht.

Und nach einigen Minuten fiel mir Mrs Mortimers: „Die scheusslichsten Länder der Welt“ in die Hände.

http://de.wikipedia.org/wiki/Favell_Lee_Mortimer

Mrs Mortimer

Favell Lee Mortimer* 14. Juli 1802 † 22. August 1878

Obwohl Ms Mortimer England  nur zweimal in ihrem Leben verlassen hatte, schrieb sie drei Geografiebücher, unter anderem „The Countries of Europe Described“. Sie nutzte gedruckte Quellen und der Inhalt ihrer Werke über Geografie war in erster Linie eine Sammlung der damals üblichen Vorurteile über die Länder der Welt und deren Menschen. So schrieb sie zum Beispiel über China, wo „es ganz gewöhnlich ist, auf den Straßen über die Leichen von Babys zu stolpern“.Quelle Wikipedia

Dann wollen wir doch mal sehen, was die Dame über ihre Deutschen Nachbarn schreibt.

Adolf Hengler

„Essen: Die Deutschen stehen sehr früh auf und frühstücken um sechs oder sieben Uhr, aber sie begnügen sich mit einer Tasse Kaffee und etwas trockenem Brot [..] bevor sie Ihr Tagwerk beginnen. Sie trinken nicht oft Tee, und wissen nicht genau wie man ihn zubereitet.

Aussehen: Viele Deutsche sind kräftige, gr0ße, gutaussehende Männer- kein Wunder, denn sie haben gutes Essen in Fülle und arbeiten so hart, dass  sie es gut vertragen. Die Frauen sind frisch und hübsch. Sie sind sehr fleissig und nehmen ihr Strickzeug überall mit hin. Es würde sie überraschen wieviele Socken sie stricken. Wenn sie zu Hause sind, verbringen sie einen Großteil Ihrer Zeit mit Kochen und weben. Sie könen auch Klavier und Harfe spielen und singen sehr lieblich. Aber sie lesen nicht gern, und wenn sie lesen, dann nur Romane über Menschen die gar nicht gelebt haben. Dann wäre es doch besser als gar nicht zu lesen.

Zusammenfassung: Sie sind gütig und liebenswert, aber es wäre gut wenn sie nur ordentlicher und sauberer wären.“

Aha.. so ist das also

Blättern wir weiter.

Berlin..  da schreibt sie:

„Die Gossen in der Nähe des Schlosses sind schwarz und schmutzig. Auf Schritt und Tritt werden sie auf Soldaten stoßen die sich in den Schnapsläden drängeln. Ausserdem ist Berlin ein protestantisches Land, und die Menschen in Berlin heiligen den Sonntag nicht sondern gehen sogar abends ins Theater.“

Wien

Hengler2

„Eine große Zahl von Menschen in Wien hat Husten weil ein kalter Ostwind weht und mitten durch die Stadt fließt ein großer Strom der ziemlich ekelerregend und ungesund ist.

Auf den Strassen wimmelt es von Kutschen die mit großer Geschwindigkeit fahren und man kann  ihnen kaum ausweichen weil es keine Bürgersteige gibt.“

Holland.

„Die Holländer sind sauber und fleissig, aber sie können es nicht vermeiden mit Ihren Holzschuhen Lärm zu machen.  Die Holzschuhe tragen sie damit ihre Füsse nicht nass werden, denn es gibt kein Land auf der Welt das so feucht ist wie Holland.

Aber immerhin: Hier herrscht der protestantische Glaube und die Holländer heiligen den Sonntag genau wie die Engländer.“

Italien:
„Die Italiener sind dunkel, haben dunkle Haare und dunkle Augen weil dort so oft die Sonne scheint. Ihr Hauptvergügen ist das Glücksspiel, sie sind begeistert von Musik und Malereien und Statuen.

Tagsüber muss man die Jalousien unten lassen, weil die Sonne einen sonst verbrennt und Abends muss man sie erst recht geschlossen halten, weil einen sonst die Moskitos zerstechen.

Die Häuser sind übrigens sehr schmutzig aber die Italiener denken mehr daran ihre Decken zu bemalen und Statuen aufzustellen als das Haus sauber zu halten.“

Soso

Rom:

Italien 3

„Rom ist eine gottlose Stadt,  voller Götzenbilder und Grausamkeiten.

Hier lebt der Papst. Er ist das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Huch.. und sogar am Vesuv in Neapel war die Dame

Der Vesuv ist ein schrecklicher Berg. denn aus einem Loch in seinem Gipfel kommt Feuer. Es ist töricht hineinzuschauen, denn niemand kann sagen, wann das heiße, kochende Zeug namens Lava ausbrechen wird.“

Das ist ja furchtbar

Dann machen wir schnell mal einen Abstecher nach Schweden.

1acbf8776f80feaf5de9b33707f3c458

„Die Schweden haben eine merkwürdige Art ihr Fleisch zu essen, es wird geräuchtert. Ausserdem essen sie Milch-und Biersuppe. Sie haben die schlechte Angewohnheit an einem Beistelltisch schon etwas zu probieren, das soll den Appetit anregen.

Fast jeder Schwede kann lesen. In jeder Kleinstadt gibt es Buchhandlungen und manchmal gibt es mehr Buchhandlungen als Metzger. Und es gibt kein anderes Land,  indem so viele Leute ins Gefängnis geworfen werden.

Die Häuser sind ungemütlich, sie sind – gerade im Süden- so klein, dass man die Betten übereinanderstellt und dann muss man auf das obere Bett klettern und aufpassen, dass man nicht hinunter fällt.

In Schweden wird alles nützliche nie richtig gemacht, denn die Zimmerleute und Schmiede sind äußert ungeschickt aber die Musiker spielen wunderschön.“

Fazit

„In England leben die glücklichssen Menschen der Welt, denn in keinem anderen Land gibt es so viele Bibeln wie hier.“

Und ein Ur-Bayer würde sagen:

Extra Bavariam nulla vita, et si est vita, non est ita

Dieses boshafte Werk, das der Südkurier als eine höchst amüsante Sammlung von Boshaftigkeiten beschreibt ist zwar nicht gerade meine Bibel, aber es eignet sich hervorragend gegen schlechte Laune.

Favell Lee Mortimer, Todd Pruzan: Die scheußlichsten Länder der Welt, Mrs. Mortimers übellauniger Reiseführer, Verlag: Malik, 2007, ISBN 978-3-89029-326-4

Die Hochzeit meines besten Freundes ;-)


Mein bester Freund heiratet. Das ist wunderbar! Noch schöner: Ich darf dabei sein 🙂

Und dann stand ich vor meinem Schrank, warf einen Blick hinein und rief: Ich hab nichts anzuziehen ;-).

Stimmt natürlich nicht- Kleider wären ja genug da. Zuerst dachte ich an meinen schwarzen Rock und das Korsett mit dem Carmenkragen.

Aber so ganz in schwarz ist doch ein wenig zu feierlich.  Im März habe ich an einem Korsagenkurs teilgenommen und mir zwei Korsetts genäht. Ein modernes und ein historisches (Post folgt).  Das moderne Korsett besteht aus roter Dupionseide.  Und dazu, dachte ich wäre doch ein Rock ganz prima dazu. Nur welche Farbe?

Und dann habe ich in einem Oxfam Shop 6m cremefarbene Dupionseide entdeckt- für 10€! Unglaublich! Aber wahr!  Ich kam, sah und wusste- das wird der Rock zum Korsett.

2

38

Dazu habe ich den schönen Schnitt von Manuela Kölbl verwendet. Ich habe noch nie „selbst“ mit Seide gearbeitet und war überrascht wie gut sich die Dupionseide verabeiten lässt. Und so angenehm zu tragen.

15