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Ernst Haeckels Briefe an die Eltern 1852-1856 / Eine Buchempfehlung

 

Entwicklungsgeschichte einer Jugend- Briefe an die Eltern 1852-1856  

Es beginnt mit einem Brief an die Eltern 27.10.1852 aus Würzburg. Haeckel ist gerade als Student der Medizin frisch in Würzburg eingetroffen um sich dem Studium der Medizin zu widmen. Er schildert seine Ankunft und die ersten Eindrücke in der Universität, Besuch von Freunden und das Heimweh!

Dann seine Studentenbude (möbliert, klein, dunkel schlechter Ofen und den ganzen Tag kein gescheites Tageslicht).. das kommt doch vielen bestimmt bekannt vor, oder? 🙂 (Meine erste „Bude“ war jedenfalls so.)

Dann teilt er seinen Eltern mit, wo er ganz günstig Essen kann ohne viel Geld auszugeben und schliesslich detaillierte Schilderungen der Vorlesungen.

Ja! armer Dr. Med ärmerer cand med ärmster Stud med. Wenn ihr wüsstet wie es mit diesem aussieht! Ich will es euch gleich ganz offen und rundheraus sagen (…………) dass ich nie (———) Medizin studieren kann.

Aber schon im November klingt das ganze schon besser: Sein Lieblingprofessor Kölliker begeistert ihn für Anatomie. Und dann berichtet Haeckel ganz stolz sich auch mit ihm unterhalten zu haben: Die zweite Frage der an mich tat, war: Sie sind wohl aus Sachsen ;-).

Allmählich beginnt er sich in Würzburg einzuleben und schildert ein sehr fröhliches Gelage mit seinen Freunden: Den Geburtstag seines Vaters begießt er in Anwesenheit seiner Freunde und eines hässlichen Pudels mit Champagner, Würsten, Butterbrot, Brottorte und Wein!!

Mit den Semestern beginnt er auch an sich selbst herumzudoktern und verordnet sich selbst Abführpillen aus Rhabarber und Jalapawurzel. Jedenfalls geht dieser Versuch gründlich daneben: Die Menge muss wohl nicht so ganz gestimmt haben, die verdutzte Wirtin reicht ihm die Pillen die sie in der Apotheke abholt mit der Frage ob die Ballen für ein Pferd oder für einen Ochsen seien.

Eine seiner ersten Patientinnen schildert Haeckel 1856 als eine „der remarkabelsten alten Hexe die man sich denken kann“. Eine arme, wohl an der Gelbsucht leidenden Frau die in eine Art Dornröschenturm mit Spinnrad!! vor sich hin vegetieren muss. Ein bisschen dauert es ihm, das keine hübschen jungen Mädchen unter seinen Patienten sind.

Dazwischen viele Ausflüge und Wanderungen, die er meist allein unternimmt und schliesslich das Ende seines Studiums, wo er alle Bücher zum Fenster hinauswirft.

Ich habe das Buch vorsichtig angefasst und mit Begeisterung darin gelesen, teilweise sass ich kichernd in der S -Bahn und kam zu dem Ergebnis Der ist ja wie wir!!  Zöge man Haeckel Jeans  Hemd und Turnschuhe an und statte ihn mit Laptop, Tasche etc aus er würde sich nicht von einem heutigen Studenten unterscheiden. Das tröstliche und interessante ist dass die Probleme mit denen leider jeder Student konfrontiert ist, Wohnungsnot, Geldsorgen, Stress im Studium, Zweifel am Studium, Heimweh damals wie heute die selben sind.

Nach Beendigung der Lektüre hätte ich am liebsten Haeckel getroffen, wäre mit Ihm ins Kino gegangen oder auf einen Kaffee mit ihm an der Uni verabredet.

Vielleicht konnte ich euch dieses Buch nach einem langen Artikel doch etwas schmackhaft machen. Und vielleicht wollt ihr dann am Ende genau wie ich mit Ernst Haeckel befreundet sein.

Das Buch gibt es über ZVAB oder Amazon!!

Ernst Haeckel and his assistant Nicholas Miklo...

Ernst Haeckel and his assistant Nicholas Miklouho-Maclay, photographed in the Canary Islands in 1866. (Photo credit: Wikipedia)

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