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Malerinnen um 1900- meine Urgroßmutter Josefa Haeckel

Frauen mit künstlerischen Ambitionen war lange Zeit die Aufnahme an Akademien verwehrt, was sie aber nicht daran hinderte, ihre Leidenschaften zu leben. Viele Malerinnen waren um 1900 künstlerisch und persönlich mit einer Künstlerkolonie verbunden, in der es leichter war, sich von traditionellen Rollenbildern zu befreien. Doch wegen ihrer schöpferischen Ambitionen und ihrer unkonventionellen Lebensweise wurden sie als »Malweiber « verspottet.

 

Malerinnen um 1900 im Dachauer Moos

Eine dieser „Malweiber“ war meine Ur-großmutter Josefa Haeckel.

Viel weiss ich leider nicht über sie. Nur dass sie aus einer wohlhabendend Kaufmannsfamilie aus Hamburg stammt und gegen Ende des 19. Jahrhunderst beschloss eine Malausbildung in München zu machen.

Dort nahm sie unter anderem Unterricht bei Bernhard Buttersack

Bernhard Buttersack studierte an der Königlichen Kunstschule Stuttgart u.a. bei Jakob Grünenwald und Albert Kappis. Ferner war er Meisterschüler von Hermann Baisch und Gustav Schönleber in Karlsruhe. Der Maler wirkte von 1884 bis 1889 in München.  Bernhard Buttersack war Gründungsmitglied der Münchner Sezession.

Ende des Jahres 1889 übersiedelte er, angezogen von den morastigen Flächen des auslaufenden Dachauer Mooses mit seinen sumpfigen Wegen und gewaltigen uralten Bäumen, den zarten Windblumen, den schweren oder heiteren Wolkenzügen, dem Föhnhimmel sowie den vereinzelten Moosbauernsiedlungen (Lins 1998), nach Oberschleißheim und vier Jahre später nach Haimhausen, wo er sich ein geräumiges Haus mit Maleratelier, umgeben von einem großen Landschaftsgarten, erbauen ließ. Bald eröffnete er eine private Malschule und wurde so zum Begründer der Künstlerkolonie Haimhausen.

 

Mein Urgroßvater Walter Haeckel, der auf Wunsch seines Vaters Maler werden sollte, beschloss nach einigen Tiefschlägen Unterricht bei Buttersack zu nehmen.

Dort, in Haimhausen, traf er zum ersten Mal auf meine Urgoßmutter.

1901 am 08.10.1901 heirateten die beiden in München.

Ernst Haeckel schreibt über seine Schwiegertochter:
Josefa ist eine energische,tüchtige  junge Frau und weis Walter sehr richtig zu behandeln.

Die beiden zogen zunächst nach Sonthofen im Allgäu um eine Malschule zu gründen. ( Ob daraus etwas geworden ist, ist fraglich).

 

Dort kamen die Kinder Ingeborg und Renata zur Welt. Später zogen die Familie nach München (Nymphenburgerstrasse 205) und Ende der 30er Jahre nach Lochham bei München. Dort kamen dann meine Großmutter Helga und Horstmar zur  Welt. ( Das Haus wurde bei einem Bombenangriff zerstört. An seiner Stelle steht eine sehr hässliche Betonwohnanlage und eine Tankstelle.

Meine Urgroßmutter hat ein sehr schönes Skizzenbuch und viele Landschaftsskizzen hinterlassen. Das Malen war Ihre grosse Passion und so war es selbstverständlich dass auf „Sommer-und Winterfrischen“ der Skizzenblock und diverse Malutensilien nicht fehlen durften.

Ernst Haeckel war von dem künstlerischen Talent seiner Schwiegertochter so angetan, dass er sie bat Illustrationen für seine  Reisebriefe „Aus Insulide 1901″ anzufertigen:

..Bei der Auswahl sowei der Herstellung der Skizzen für den Buchschmuck hatte ich mich der freundlichen Beihilfe meiner lieben Schwiegertochter Josefa geb Scholz.. zu erfreuen..“ schreibt er in seinem Vorwort.

Trotz Ihres bestimmt nicht einfachen Lebens, blieb sie Ihrer grossen Leidenschaft dem Malen treu.

Meine Urgroßmutter starb 1942 an den folgen eines Hitzschlages und wurde an der Seite ihrer Tochter Renata und ihres Mannes am Münchner Waldfriedhof beerdigt.

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