Stunde Null- 1945 in Wackershofen


 

Wir befinden uns im Jahr 1945. Im September im kleinen Ort Wackershofen bei Schwäbisch Hall.  Stunde Null. Der Krieg ist aus. Die Amerikaner sind in Wackershofen eingezogen, keiner weiss wie es weiter geht. Jeden Tag strömen Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge durch den Ort. Doch nicht überall werden diese freundlich willkommen geheissen.

Für 4 Tage durfte ich mit vielen anderen wunderbaren Darstellern das Freilandmuseum in Wackershofen auf die Stunde Null zurückdrehen. Wir lebten einige Tage im Jahr 1945 nach dem Krieg. Ein Leben in historischen Häusern. Manche mit Strom aber ohne fliessendes Wasser und elektrischen Ofen. Schlafen in alten Bauernbetten, waschen morgens mit Wasserkanne und Schüssel, ein wenig Kernseife.

Das Schlafen in den alten Betten war zunächst eine Herausforderung. Die Vorbesitzer hatten wohl ausreichend Platz in den netten Holzbetten. Wie beneidete ich sie, als ich die erste Nacht vergeblich nach einer brauchbaren Schlafposition suchte. In den frühen Morgenstunden, der Hahn krähte gerade das erste Mal ( 2.30 Uhr), hatte ich sie glücklich gefunden: Diagonal im Bett liegen geht prima.

Einige Stunden später hiess es zusammen  mit den ersten Hausbewohnern die schon auf waren, das Frühstück für die Hausbewohner richten. Den Ofen anfeuern, Wasser holen und aufsetzen etc. Die Wasserkanne die Stiegen hinauf und hinuntertragen wurde in den nächsten Tagen zu meiner Hauptbeschäftigung.

Ich war also die ausgebombte Base aus Schwäbisch Hall die bei ihren Verwandten, der Familie Dr Dengel ( Dr med Ignaz Dengel mit Gemahlin und Tochter, sowie 3 Hunden- Herzensbrecher waren sie!  und einem weiteren Heimkehrer) eine Bleibe gefunden hatte.

Den Bericht der lieben Frau Doktor Dengel über unsere Tage in Wackershofen könnt ihr hier nachlesen.

Das Haus sollte sich in den nächsten Tagen mit weiteren Flüchtlingen füllen, die sich alle zu den Mahlzeiten in der guten Stube einfanden.

Eine heile Welt? Der Volksempfänger der sich in jedem Haus befand meldete andere Nachrichten.

Die Amerikanischen Soldaten übernahmen nun die Regierung im Ort und haben sich in den Häusern einquartiert.

Wer nun ins Rathaus will oder aus dem Ort heraus wird streng kontrolliert und muss einen gültigen Pass besitzen

Die „Highlights“ waren die Ankunft der Flüchtlinge und Heimkehrer ( wo ich „meinen Fritze“ endlich wieder in die Arme schliessen konnte), der Schwarzmarkt der von den Amerikanern schliesslich gesprengt wurde und die regelmässigen Hausdurchsuchungen.

Am Samstag Abend feierten wir mit den Amerikanern ein Fest. Wunderbar mit Gesang des hiesigen Männerchores und Tanz. Ein schönes unvergessliches Fest.

Eine unvergessliche Zeitreise die ich nicht so schnell vergessen werde. Danke an meine lieben Hausbewohner und die wunderbaren Leute die ich dort treffen und mit Ihnen zusammen eine vergangene, sorgenvolle und schwierige  Zeit nachstellen durfte.

Fräulein Elli hat ebenfalls einen schönen Bericht über unsere Zeitreise geschrieben. Bitte schaut doch bei ihr vorbei.

Sommerkleid im 40er Jahre Stil


Ein unbekannter Dichter hat einmal gesagt:

„Ihre Kleider sollten so eng anliegen, dass man sieht, Sie sind eine Frau, und so lose, dass man sieht Sie sind eine Dame“.

Ich finde, dieses Zitat passt wunderbar auf das neue Kleid, dass ich mir neulich genäht habe.

Es liegt eng an, aber nicht zu eng ;-). Die Träger werden gekreuzt und einmal vorne um die Taille geschlungen. So kann man den Sitz des Kleides entsprechend variieren.

Und in die grosse Tasche vorne kann man all die schönen Dinge hineintun, die man auf einem schönen Spaziergang findet: Kieselsteinchen, Blumen, ein Fellrestchen, ein Knopf etc.

Der Schnitt war gar nicht so schwer, wie ich Anfangs befürchtet hatte und entsprechend schnell hatte ich es auch an einem verregneten Sonntag im Nähkurs genäht.

 

 

 

Ich hörte die Eule / I heard the Owl


Zur Zeit kann man mich bei Einbruch der Dunkelheit an der Friedhofsmauer entlang schleichen sehen. Unheimliche Schreie sind dort zu hören und dunkle Schatten verdecken den Himmel. Das muss ergründet werden und so zieht es mich hinaus in die Nacht. Nein, ich bin nicht irgendwelchen Geistern auf der Spur sondern sehr lebendigen Lebewesen. 🙂

I am glad to introdruce you to my new neighbours: A long eared owl decided to stay with her little ones at the grave yard next my flat.  It is very hard to see them but you can hear the calls of the little owls and their mother: Weeee,  weeeeee, weeeeeee.

Am gegenüberliegenden Friedhof ist wieder Familie Waldohreule aus dem Nymphenburger Schlosspark eingezogen.

Einen schönen Bericht über Waldohreulen könnt ihr hier nachlesen.

Last night I wanted to hear their calls closer and so I went to the graveyard with my little camera. It was funny to hear the little ones calling. Their mother was sitting in a tree in the neighbourhood and answered with a loud weeeeeeeeeee. 

Sie hocken tagsüber gut versteckt in den Fichten oder Birken. Erst gegen Abend, wenn die Nachtigall ihr kleines Konzert gegeben hat, machen sich die Eulen durch an langezogenes: wiiiiiiii,  wiiiiiii bemerkbar. Wenn man gut aufpasst, sieht man einen großen Schatten lautlos über den Friedhof in den Nachbargarten gleiten und in der Fichte verschwinden.

Dann ertönt im Wechsel ein dreistimmiges wiiiiii.. wiiiiiii. Die Antwort kommt aus der gegenüberliegenden Fichte. ( Es sind drei Jungvögel und die Mutter).

Eines Abends habe ich die Spannung nicht länger ausgehalten und bin mit der Kamera bewaffnet zum Friedhof gegangen, um diese schönen, seltenen Raubvögel zu erspähen. In der Abenddämmerung konnte ich insgesamt drei Vögel erkennen, aber auch nur, weil sie ihre Flugversuche von einem Baum zum nächsten wagten.

I was lucky when I noticed some black shadows between the trees- the little ones „jumped“ from one tree to the next one with a loud Wiiii…. wiiiiii… wiiiii  wiiiiii

Später gesellten sich die Nachbarn zu mir, in deren Garten die Eulenmutter haust und zu viert beobachteten wir die Eulenfamilie bis sich ein grosser Schatten- die Waldohreulenmutter- näherte.

Das war die deutliche Botschaft sich ruhig aber rasch zu entfernen, denn ein Muttervogel kann sehr böse werden und das kann buchstäblich ins Auge gehen.

Suddenly I noticed a big shadow who lands in the trees: The mother was flying back to their children. So it was time to leave the graveyard immediately because I am not interested to become a victim of an owl attack. 😉 

Ich freue ich über meine neuen Nachbarn die nach längerer Pause wieder in unserem kleinen Friedhof siedeln. Mögen die kleinen Eulen genug Mäuse in den anliegenden Feldern und der naturgeschützen Langwieder Heide finden.

I am glad to have so lovely neighbours 🙂

Ich habe euch noch ein kleines Video zusammengeschnitten- zu meiner grossen Freude habe ich die Vögel sogar gefilmt. Die Qualität ist nicht besonders,  aber ich bin recht zufrieden ;-). Im Hintergrund sind die begeisterten Nachbarn zu hören- und leider ein paar vorbeifahrende Autos.

At last would like to show you a little movie I made while watching the owls. Please excuse the bad quality but I like this little video -you can hear and see them :-). 

Trachtenrock im Gewitterregen


Sonne, Wolken, Blitz und Donner und ein Vogelkonzert am frühen Morgen. 🙂

Trotz des wechselhaften Wetters habe ich ein sehr kreatives und schönes Wochenende hinter mir. Im Nähkurs bei der wunderbaren Blanka Popp sind zwei Kleider entstanden.

Meine Werke: Ein schönes Sommerkleid nach einem Schnitt aus den späten 40er Jahren- das werde ich euch später vorstellen, wenn es wärmer ist und ein Trachtenrock.

Ich habe mich dabei von den Trachtenröcken der Rockmacherin inspirieren lassen. Ein schöner, trachtiger Rock der auch im Alltag eine gute Figur macht. Dieser Rock ist bei uns in Bayern sehr in Mode ;-). Eine hübsche Idee, aus verschiedenen Stoffresten einen modischen Rock zu nähen.  In meinem Rock sind Erinnerungen an zwei Empirekleider die ich genäht habe und der schöne Leinenstoff aus Zürich. Die Trachtenknöpfe hat mir meine Tante vor ein paar Jahren geschenkt und sind vermutlich noch von meiner Grossmutter Helga. 

So einen Rock wollte ich auch haben, schliesslich habe ich nächstes Wochenende Trachtenblusenkurs in Utting. Da kann man doch nicht in Jeans herumlaufen 😉

Für das Schnittmuster bitte hier entlang. Der Rock besteht eigentlich nur aus zwei Rechtecken die zusammengenäht und entsprechend nach Stoffbreite und Taillenweite gefaltet werden. Eine sehr gute Anleitung findet ihr hier.

Wir haben den Schnitt für die Passe etwas abgeändert und auf meine Figur angepasst. Der Verschluss ist bei meinem Rock vorn, und nicht wie bei der Rockmacherin auf der Seite. Dann liegt der Verschluss schön gerade und springt durch die Hüftlinie nicht so stark auf.

Und hier ist das Ergebnis des heutigen, gewittrigen Sonntages.

Ich bin richtig verliebt in den Schnitt und werde bestimmt noch ein paar weitere Röcke nähen.

A little break, the sound of silence and a lovely meow


Hier war es für einige Zeit etwas ruhig. Aber ich war nicht weg. Nur etwas beschäftigt, viel unterwegs und mit den Gedanken weit weg von diesem Blog.

Hello everyone! Yes, I know, I have been absent from this blog, I was very busy and  I had not really the energy to create a new post.

I spent nearly every weekend at lake constance with my aunt and my beloved old Sir Baileys.  

And I had no Idea what to write. Sometimes I was very depressed about this. I was thinking about to stop blogging, to create another one. A new blog apart from Haeckel. But finally I a came to the conclusion that I will proceed further here. That is the reason why  I decided to give my little blog a new outift. I hope you like it. 

In der  „unkreativen Zeit“ habe ich über den Blog nachgedacht. (Einen kleinen Moment habe ich darüber nachgedacht den Blog zu schliessen, einen neuen zu eröffnen. Ein wenig Abstand von der Ahnenforschung, das Thema Haeckel eine Zeitlang ruhen lassen.) Aber jetzt habe ich den Blog ein wenig umgestaltet, ein paar Texte überarbeitet, neue Fotos für den Header eingestellt und auf den neuesten Stand gebracht. Ich hoffe es gefällt euch.

Ich war viel am Bodensee bei Tante und Kater,  fast jedes Wochenende.

Lake Constance is so beautiful. I like it so much walking on the beach, listening the sound of the sea, waving to my friends at Switzerland. Oh Zurich! I miss you so.

Der See zeigt sich von seiner schönsten Seite- auch wenn die Obst und Weinbauern weinend in ihren Plantagen sitzen. Viele Blüten sind während des Kälteeinbruchs über Ostern erfroren, es wird eine schlechte Obst und Weinernte diese Jahr. So traurig.

Es tut so gut, dort am Ufer spazieren zu gehen.

Ein wenig innehalten, dem See zuhören, die Schweiz zum Greifen nahe erleben und in Gedanken den Freunden dort zuwinken.

Meet my lovely neighbours: The little crazy cat 😉 and the sweet hare.

Unterwegs trifft man auf liebe Nachbarn und Freunde: Die verspielte kleine ( und natürlich sehr! gefääährliche ) Katze, die am Seeufer wohnt

und den netten Schlappohrhasen

Der Kater freut sich jedes Mal wenn seine Lieblingszeremonienmeisterin da ist. Er „verfolgt“ mich überall hin, besonders liebt er es wenn wir uns im Garten meiner Tante treffen. Dann kommt er hoch erhobenen Schwanzes auf mich zugelaufen, streicht mir um die Beine und kann gar nicht mehr aufhören mir zu erzählen, was er in den letzten 2 Minuten alles erlebt hat. Und mein Bett ist natürlich sein Bett. 😉 Also, er schläft sehr gut, er hat ja auch das halbe Bett für sich. 10cm Liegefläche reichen für einen Menschen durchaus um sich wohlzufühlen ;-).

And Sir Baileys is always happy to have me here. He is so lovely and he can’t stand it when I say goodbye to him. 

Und Abschied mag er gar nicht. Da wird schonmal der gepackte Rucksack böse angefaucht und gebissen oder ein Sitzstreik vor dem startklaren Auto veranstaltet. Lieber, alte Mietz!

Auch an Nähideen mangelt es nicht. Ich habe Stoffe und Schnittmuster besorgt, ein Kleid nach einem 80 Jahre alten Schnittmuster genäht. Ein neues Kleid liegt derweil auf dem Nähtisch und diesen Monat habe ich zwei Nähkurse auf die ich mich schon sehr freue. Einer davon wird in Utting am Ammersee stattfinden 🙂 Direkt am Seeufer, ganz romantisch und urig.

I have a lot of sewing projects 🙂 and I can’t wait to show you all the results. This month I will attempt two sewing classes. One of them will took place at Utting / Ammersee- a wonderful place.

Ich kann es kaum erwarten euch die fertigen Projekte zu zeigen.

And now it is time to have a some coffee and fine rhubarb cake.

Doch jetzt will ich noch ein wenig hinaus in den schönen Garten. Es gibt Rhabarberkuchen. Eine kleine Stärkung bevor es wieder nach Hause geht.

 

Trachten- und Handwerkermarkt


Gestern ging es zum Trachten-  und Handwerkermarkt in Bad Endorf ( Oberbayern )- Junge Leid-oids Handwerk

Eine schöne Gelegenheit, mein Trachtenmieder auszuführen.

Yesterday I went to the traditional craftsmarket at Bad Endorf.

We had fortunately wheater and I decided to wear my traditional bavarian bodice I made two years ago.

Gezeigt wurden fast vergessene oder alte Handwerkskunst wie Rechenmacher, Federkielstickerei aber auch das traditionelle Handwerk wie Schuhmacher, Goldschmied, Hutmacher oder Trachtenschneider.

Here we could see people working in the traditional way, i.e. iron- worker, bakers, hatmakers, shoemakers, etc.

 

Ein guter Holzrechen- aus der Landwirtschaft nicht wegzudenken.
A self made wooden rake, or a robust knapsack

Handgetriebene Musikinstrumente.. so ein Instrument wollt ich früher immer haben. Sie liegen gut in der Hand und haben einen schönen, warmen Klang.

Handmade instruments- When I played the trombone I felt in love to handmade instruments- their sound is very warm and the lie so comfortable in once hand.

Die Trachtenschneiderin die ihre schönen Stoffe anbot, hatte viel zu tun an diesem Nachmittag- bei der Auswahl auch kein Wunder. Ich konnte mich für keinen Stoff entscheiden und beschloss nur mit den Augen zu kaufen.

The tailor offered a lot of wonderful fabric- but I have had no Idea what to sew about this and so I decided to by with my eyes only.

Bei den Hüten wäre ich fast schwach geworden. Eigentlich mag ich Hüte überhaupt nicht, aber diese haben mich angsprochen. Ein schöner Hut zu meinem Mieder ;-). Ich werde darüber nachdenken. Jedenfalls steht so ein Hut bei mir nun ganz oben auf der Wunschliste.

Actually I don‘ t like hats- but after my boyfriend took these pictures I felt in love to the green one. This hat is now on the top of my whishlist.

Which one do you like more, the green hat or the natural colored? 😉

Welcher gefällt euch besser, der grüne oder der ungefärbte ;-). ?

 

Neuerscheinung: Ausgewählte Briefwechsel – Ernst Haeckel Band 1


Es gibt Anlass zur allergrößten Freude!!

Soeben wurde der 1. Band der Ernst Haeckel Briefedition im Franz-Steiner Verlag veröffentlicht.

„Die in diesem Band erstmals veröffentlichte Familienkorrespondenz Haeckels enthält Briefe aus dem Zeitraum von 1839 bis 1854. Sie geben Aufschluss über das ihn prägende liberal-protestantische Milieu seines Elternhauses, aber auch über seine frühe botanische Sammeltätigkeit, die Haeckel bereits als Gymnasiast auf professionellem Niveau betrieb. Ein besonderer Schwerpunkt der Briefe liegt auf den ausführlichen Mitteilungen aus den drei Würzburger Studiensemestern, die das von Haeckel ungeliebte Studium der Medizin nicht nur anschaulich vergegenwärtigen, sondern auch belegen, dass den akademischen Lehrern Albert Kölliker, Franz Leydig, August Schenk und Rudolf Virchow eine besondere Bedeutung für Haeckels geistige Entwicklung zukam.“- Kurztext des Franz Steiner Verlages

Das Buch könnt ihr hier online beim Verlag bestellen oder in jeder gut sortierten Buchhandlung bestellen.

ISBN 978-3-515-11290-1 / €135.–

Nähere Informationen zu der Ernst Haeckel Online Edition findet ihr hier.

Man erfährt hier viel über Haeckels Bruder Karl, seinen Vater Gottlob Haeckel und Haeckels Familie überhaupt. Wir lernen den Abiturient Ernst Haeckel kennen und begleiten ihn auf seinen Weg in die Welt der Wissenschaft, gehen mit ihm das Vorlesungsverzeichnis durch etc.

Herzlichen Dank an das EHH für die freundliche Zusendung dieses einzigartigen Werkes!